Wirtschaftsförderung

Fördergeschäft im Zeichen schwieriger Konjunktur

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L‑Bank legt Halbjahreszahlen der Wirtschaftsförderung vor: 2,3 Mrd. Euro an Darlehen und Finanzhilfen bewilligt

  • Erfolgreiche Einführung neuer Förderangebote für Klimaschutz und erneuerbare Energien: 270 Mio. Euro Förderdarlehen
  • Starke Resonanz auf Programm zur Abfederung der Energiekrise: 343 Mio. Euro an Liquiditätshilfen ausgegeben 
  • Fördervolumen in etablierten Investitions- und Innovationsprogrammen für den Mittelstand liegt bei rund 896 Mio. Euro
  • Konjunkturbedingt zurückhaltendere Nachfrage bei der Existenzgründungsfinanzierung: 333 Mio. Euro

Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands der L‑Bank: „Die Halbjahreszahlen der L‑Bank-Wirtschaftsförderung spiegeln die konjunkturelle Entwicklung in Baden-Württemberg wider. Sie zeigen die Nöte vieler Unternehmen angesichts drastisch gestiegener Energiepreise und die Unsicherheit in Bezug auf die weitere Entwicklung. Sie belegen aber nach wie vor auch den Willen der baden-württembergischen Wirtschaft, in die nachhaltige und digitale Transformation und damit in die Zukunft zu investieren.“

Karlsruhe, 17.07.2023. In den ersten sechs Monaten des Jahres hat die L‑Bank die baden-württembergische Wirtschaft mit rund 2,3 Mrd. Euro unterstützt. Der größte Teil der Gelder, rund 1,4 Mrd. Euro, floss in die Stabilisierung und Transformation etablierter mittelständischer Unternehmen. Für Existenzgründerinnen und -gründer wurden knapp 333 Mio. Euro bewilligt.

„Insgesamt“, bilanzierte L‑Bank-Chefin Weymayr, „war die Nachfrage nach unseren Förderdarlehen und Finanzhilfen in der Wirtschaftsförderung spürbar verhaltener als im ersten Halbjahr 2022, das allerdings auch besonders nachfragestark war. Zurückzuführen ist das auf die anhaltend schwierige gesamtwirtschaftliche Situation. Aber es ist eben auch eine erwartete Anpassung, nachdem es im Vorjahr wegen Änderungen im Förderangebot Vorzieheffekte gab. Die auffallend deutliche Differenz im Fördervolumen von fast 1,2 Mrd. Euro ist vor allem coronabedingt. Über 90 % der Differenz ist auf die auslaufenden Corona-Hilfsprogramme zurückzuführen.“

Neue Förderangebote für Klimaschutz und erneuerbare Energien starten erfolgreich

Bemerkenswert war in den ersten sechs Monaten 2023 der Erfolg der auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Klimaschutz ausgelegten Förderprogramme der L‑Bank. Sowohl der im vergangenen Jahr neu eingeführte Nachhaltigkeitsbonus als zusätzliche Zinsverbilligung in bestehenden Programmen als auch die Energiefinanzierung in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) werden von den Unternehmen gut angenommen. Der Nachhaltigkeitsbonus zielt auf Einsparungen beim CO2-Ausstoß, die Energiefinanzierung fördert Maßnahmen für die Erzeugung und Speicherung regenerativen Stroms in Unternehmen.

Den Nachhaltigkeitsbonus gibt es in den Programmen Gründungs- und Wachstumsfinanzierung BW, Investitionsfinanzierung und Tourismusfinanzierung (erst seit Mai 2023). Er wurde im ersten Halbjahr 2023 bereits von rund 319 Unternehmen in Anspruch genommen, bewilligt wurde ein Volumen von insgesamt 211 Mio. Euro.

In der Energiefinanzierung profitieren in diesem Jahr bislang 71 Unternehmen in einem Volumen von insgesamt rund 59 Mio. Euro von den günstigen Förderkonditionen der L‑Bank.

Stark nachgefragter Energiekosten-Unterstützung steht geringere Nachfrage nach Wachstums- und Transformationsförderung gegenüber

Sichtbarer Ausdruck der konjunkturellen Entwicklung ist die gegenläufige Entwicklung beim Liquiditätskredit (Plus) auf der einen und den etablierten Mittelstandsförderprogrammen und Transformationshilfen auf der anderen Seite. Während der Liquiditätskredit (Plus) zur Abfederung der Energiekrise sehr gut von den Unternehmen angenommen wurde (das ausgereichte Volumen in diesem Programm wuchs von rund 23 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2022 auf rund 343 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2023), ist die Nachfrage nach Förderdarlehen für Investitions- und Transformationsvorhaben unter anderem in der Investitionsfinanzierung oder in der Innovationsfinanzierung 4.0 gesunken: von knapp 1,4 Mrd. Euro auf 932 Mio. Euro.

Wirtschaftliche Unsicherheit lastet auf Existenzgründungsbilanz

Nachdem Baden-Württemberg 2022 noch sehr gute Gründungszahlen vorweisen konnte, schlagen die überwiegend pessimistischen Zukunftserwartungen der Unternehmerinnen und Unternehmer jetzt auch auf die Gründungsszene beziehungsweise die Nachfrage nach Gründungsförderung durch Darlehen der L‑Bank durch. Im ersten Halbjahr wurden gut 1.170 junge Unternehmen mit knapp 333 Mio. Euro gefördert, das entspricht einem Rückgang beim Fördervolumen von etwa 22 %.

 

Eine tabellarische Auflistung der ausgewählten Förderleistungen der L-Bank von Januar bis Juni 2023 im Überblick befindet sich im Anhang der PDF-Datei als Download.

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  • Presseinformation: Fördergeschäft im Zeichen schwieriger Konjunktur

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    Eingestellt am 14.07.2023
    Gültig ab 14.07.2023
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