L-Bank Vorstandsvorsitzende Edith Weymayr: „In konjunkturell schwierigen Zeiten sind unsere Förderkredite und Zuschüsse noch wichtiger, um die baden-württembergischen Unternehmen bei ihren notwendigen Investitionen zu unterstützen.“
Wirtschaftsförderbilanz 2025
Starkes Jahr 2025 in der L-Bank-Wirtschaftsförderung – Existenzgründung auf Rekordniveau
Karlsruhe, 12.01.2026.
Mit einem Fördervolumen von insgesamt fast 3,4 Milliarden Euro übertrifft das Neugeschäft in der Wirtschaftsförderung 2025 das alte Jahr um rund 190 Millionen Euro oder knapp 6 Prozent. Getragen wurde die Steigerung sowohl von den Investitions- und Innovationsprogrammen für etablierte Unternehmen und Betriebe als auch von den Existenzgründungsprogrammen der L-Bank. Bei den zahlreicheren, aber im Volumen meist kleineren Programmen, im Finanzhilfebereich gingen die Bewilligungszahlen dagegen zurück. 10.690 Unternehmen (Vorjahr: 11.179) wurden gefördert.
Dass sich die Nachfrage nach L-Bank-Förderung trotz der anhaltend schlechten wirtschaftlichen Gesamtsituation erfreulich entwickelt hat, hängt nach Einschätzung der Vorstandsvorsitzenden der L-Bank, Edith Weymayr, mit den im Vergleich zum Vorjahr etwas optimistischeren Zukunftserwartungen der baden-württembergischen Unternehmerinnen und Unternehmer zusammen. „Der Regierungswechsel in Berlin und das aufgelegte Sondervermögen hatten die Stimmung zumindest vorübergehend verbessert. Das zeigt auch der L-Bank-ifo Geschäftsklimaindex für Baden-Württemberg, der im Verlauf des Jahres von -20 Punkten Ende 2024 auf -12 Punkte Ende 2025 gestiegen ist. Unsere Förderbilanz spiegelt das in gewissem Ausmaß wider“, so Weymayr.
Pessimismus und Unsicherheit hätten in den vergangenen Monaten allerdings wieder zugenommen, sagte Weymayr weiter: „Von einem stabilen Konjunkturaufschwung sind wir derzeit weit entfernt, wir stehen vor einem weiteren schwierigen wirtschaftlichen Jahr, was sich dann vermutlich auch wieder in unserem Fördergeschäft zeigen wird.“
Existenzgründungsförderung 2025 auf Rekordniveau
Allen Befürchtungen zum Trotz erwies sich die Gründungsszene auch 2025 als sehr dynamisch. Baden-Württemberg hat damit erneut seinen Ruf als attraktiver Innovationsstandort bestätigt und die Basis für eine zukunftsgerichtete Transformation seines Mittelstandes gefestigt.
Für 2.257 junge Unternehmen (Vorjahr 2.227) wurden 2025 Kredite in den beiden Gründungsprogrammen der L‑Bank Startfinanzierung 80 und Gründungs- und Wachstumsfinanzierung bewilligt. Diese Unternehmen wurden insgesamt mit knapp 765 Millionen Euro (Vorjahr 668 Millionen Euro) gefördert, das sind 14,5 Prozent mehr als 2024. Zu diesen beiden Darlehensprogrammen kommt das Zuschussprogramm Start-up BW Pre-Seed, das mit einer Bewilligungssumme von fast 7,7 Millionen Euro ebenfalls erfolgreich war (Vorjahr 6,4 Millionen Euro). Das Rekordjahr 2022 in der Existenzgründungsförderung (736 Millionen Euro) wurde damit deutlich übertroffen.
Südwest-Unternehmen investierten stark in Innovation und Digitalisierung
Noch besser als die reinen Start-up-Programme entwickelten sich 2025 die Programme für Innovation und Wachstum der L-Bank. Sie stehen zwar auch jungen Unternehmen zur Verfügung, helfen aber vor allem etablierten mittelständischen Unternehmen bei ihrer Transformation. In der Innovationsfinanzierung und der Digitalisierungsfinanzierung bewilligte die L-Bank über 1 Milliarde Euro, so viel wie noch nie. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das eine Steigerung um 33 Prozent. Mit ursächlich für die positive Entwicklung waren Erneuerungen in der Programmstruktur und konditionelle Verbesserungen in den Programmen.
Nachfrage nach allgemeinen Investitionsprogrammen und Finanzhilfen war insgesamt verhaltener als im Vorjahr
Mit Ausnahme der Energiefinanzierung, die mit bewilligten 52 Millionen Euro regelrecht boomte (Vorjahr: 191.000 Euro) waren die traditionellen Mittelstandsprogramme der L‑Bank 2025 etwas schwächer nachgefragt als im Vorjahr. In den großen Darlehens-Programmen Gründungs- und Wachstumsfinanzierung für etablierte Unternehmen, Tourismusfinanzierung und Investitionsfinanzierung wurden nach gut 664 Millionen Euro 2024 im vergangenen Jahr nur noch 554 Millionen bewilligt. Ein ähnliches Bild bietet sich bei den Finanzhilfeprogrammen. 511 Millionen Euro an Zuschüssen im Jahr 2025, beispielsweise für die Nahverkehrsfinanzierung, die Technologieförderung oder den Strukturwandel Elektromobilität, stehen 586 Millionen Euro im Vorjahr gegenüber.