Konjunkturticker Bauhauptgewerbe 04/22

Materialknappheit auf Rekordhoch

Im Bauhauptgewerbe ging der Geschäftsklimaindikator im April erheblich zurück und notierte nun im negativen Bereich. Ihre derzeitige Lage stellte die Unternehmen erheblich seltener zufrieden als zuletzt. Allerdings lag dieser Saldenwert noch gut vierzig Punkte über seinem historischen Mittelwert.

Die Auftragsbestände blieben gegenüber März unverändert; sie entsprachen am aktuellen Rand einer Produktion von 4,7 Monaten. Damit lag der Wert unter dem Ergebnis vom April 2021 in Höhe von 5,0 Monaten.

Ihren Arbeitsvorrat beurteilten die Befragten genauso häufig als verhältnismäßig groß wie zuletzt. Die Ausnutzung der Maschinenkapazität lag im Durchschnitt bei 83,8 % an (84,7 % zuletzt, Werte saisonbereinigt); sie lag damit knapp unter der Quote vom Vorjahresmonat (84,5 %).

Der Pessimismus bei der Einschätzung der Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr nahm abermals deutlich zu. Nochmals wesentlich häufiger als zuvor erwarteten die teilnehmenden Firmen Baupreissteigerungen. Der Saldo der Preiserwartungen erreichte im April einen neuen Höchststand seit 1991. Im Rückblick wurden sehr weit verbreitet gestiegene Baupreise gemeldet – dies erheblich öfter als in den vorangegangenen Monaten. Die expansiven Personalpläne wurden erneut ein Stück nach unten korrigiert.

Die Meldungen zu einer Einschränkung der Bautätigkeit nahmen gegenüber März (61,5 %) minimal ab auf nunmehr 61,0 %. Im Vorjahresmonat hatte der Anteil mit 50,6 % spürbar niedriger gelegen. Mit Abstand am häufigsten genannt wurde im April Materialknappheit; die Quote stieg um 15,3 Prozentpunkte auf 47,5 %. Dies ist der höchste seit 1991 ermittelte Wert. Fachkräftemangel wurde im Vergleich zum März (19,9 %) wesentlich häufiger gemeldet (38,0 % aktuell).

Widrige Witterungsverhältnisse beeinträchtigten am aktuellen Rand abermals weniger Befragte (16,2 % zuletzt; 11,3 % aktuell). Auftragsmangel führte mit 8,3 % der Meldungen seltener zu Einschränkungen als im März mit 11,0 %. Unter dem Punkt „sonstige Faktoren“ eingestufte Beeinträchtigungen meldeten 13,4 % der Bauunternehmen (12,3 % zuletzt).

Mit einem Anteil von 6,5 % wurden Auftragsstornieren spürbar öfter genannt als im Durchschnitt (1,7 %) oder im Vormonat (1,0 %). Anderen möglichen Hemmnissen (Finanzierungsengpässen) wurde den April-Resultaten nach nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung beigemessen.