Konjunkturticker Bauhauptgewerbe 05/22

Hälfte der Firmen meldet Materialknappheit

Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich der Geschäftsklimaindikator im Mai zwar spürbar, blieb jedoch klar im negativen Bereich. Ein Stück häufiger als im April beurteilten die Unternehmen ihre aktuelle Lage positiv; im Langzeitvergleich lag der Lageindikator auf einem ausgezeichneten Niveau.

Die Auftragsbestände blieben abermals unverändert gegenüber dem Vormonat; Sie entsprachen einer Produktion von 4,7 Monaten. Damit lag der Wert geringfügig über dem Ergebnis vom Mai 2021 in Höhe von 4,6 Monaten.

Ihren Arbeitsvorrat stuften die Befragten ähnlich häufig als verhältnismäßig groß ein wie zuletzt. Die Ausnutzung der Maschinenkapazität blieb bei im Durchschnitt 83,5 % (saisonbereinigt); sie lag damit knapp über der Quote vom Vorjahresmonat (83,3 %).

Der Pessimismus bei der Einschätzung der Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr war im Mai nicht ganz so weit verbreitet wie zuletzt. Erstmals in diesem Kalenderjahr sank der Anteil der Firmen, die ihre Preise in den kommenden drei Monaten erhöhen wollten, deutlich ab. Der Saldo der Preiserwartungen blieb jedoch im Langzeitvergleich auf einem äußerst hohen Niveau. Im Rückblick wurden auf breiter Front und nochmals öfter als im Vormonat gestiegene Baupreise angegeben. Die expansiven Personalpläne wurden wieder nach oben korrigiert.

Die Angaben zu einer Beeinträchtigung der Bautätigkeit nahmen gegenüber April wieder spürbar zu, von 61,0 % auf nunmehr 67,8 %. Im Vorjahresmonat hatte der Anteil mit 58,6 % spürbar niedriger gelegen. Inzwischen meldete die Hälfte der teilnehmenden Firmen eine Behinderung durch Materialknappheit (50,3 % aktuell; 47,5 % zuletzt). Damit wurde der Rekordwert vom April nochmals übertroffen. An nächster Position der Hinderungsgründe folgte Fachkräftemangel mit 41,2 %; dieser wurde im Vormonatsvergleich (38,0 %) nochmals häufiger genannt.

Auftragsmangel führte mit 12,9 % der Meldungen wieder öfter zu Einschränkungen als im April mit 8,3 %. Unter dem Punkt „sonstige Faktoren“ eingestufte Beeinträchtigungen gaben 12,8 % der Bauunternehmen an (13,4 % zuletzt).

Mit einem Anteil von 6,5 % wurden Auftragsstornieren genauso oft aufgeführt wie im Vormonat. Anderen möglichen Hemmnissen (Witterungseinflüssen, Finanzierungsengpässen) wurde den Mai-Resultaten nach nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung beigemessen.