Konjunkturticker Bauhauptgewerbe 06/22

Nachlassender Pessimismus bei Geschäftserwartungen

Im Bauhauptgewerbe stieg der Geschäftsklimaindikator im Juni abermals, behielt jedoch sein negatives Vorzeichen bei. Beim Saldenwert der aktuellen Lage nivellierte sich der Anstieg vom Mai; der Indikator erreichte wieder das April-Niveau. Weiterhin wurde die Geschäftssituation vielerorts günstig eingeschätzt.

Die Reichweite der Auftragsbestände ging leicht zurück; sie entsprach nun einer Produktion von 4,5 Monaten (4,7 Monate zuletzt). Damit lag der Wert unter dem Ergebnis vom Juni 2021 in Höhe von 4,8 Monaten.

Ihren Arbeitsvorrat bewerteten die Teilnehmenden nicht ganz so häufig als verhältnismäßig groß wie zuletzt. Die Ausnutzung der Maschinenkapazität sank auf 81,7 % (83,2 % zuletzt); sie lag damit unter der Quote vom Vorjahresmonat (83,9 %).

Bei der Einschätzung der Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr gingen die pessimistischen Angaben zum zweiten Mal in Folge deutlich zurück. Abermals sank der Anteil der Firmen, die planten, ihre Preise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen. Der Saldo der Preiserwartungen blieb jedoch im Langzeitvergleich auf einem äußerst hohen Niveau. Im Rückblick wurden noch von mehr als der Hälfte der Teilnehmenden gestiegene Baupreise angegeben.

Die Personalpläne wurden spürbar nach unten korrigiert, blieben jedoch expansiv geprägt. Die Meldungen zu einer Einschränkung der Bautätigkeit gingen gegenüber Mai zurück – von 67,8 % auf aktuell 61,1 %. Im Vorjahresmonat sah die Quote beinahe identisch aus; sie lag bei 61,3 %. Noch weit verbreitet wurde eine Behinderung durch Materialknappheit angegeben (38,3 %) – dies jedoch deutlich seltener als im Mai (50,3 %).

Der gemeldete Fachkräftemangel ließ ebenfalls stark nach; nun berichteten 25,7 % der Firmen von Problemen, geeignetes Personal zu finden (41,2 % zuletzt). Auftragsmangel beeinträchtigte im Juni 10,5 % der Befragten nach 12,9 % im Vormonat. Die unter dem Punkt „sonstige Faktoren“ zusammengefassten Hinderungsgründe beeinträchtigten einen Anteil von 10,2 % (12,8 % zuletzt).

Mit einer Quote von 8,6 % (6,5 % zuletzt) wurden Auftragsstornieren so häufig aufgeführt wie zuletzt im Frühjahr/Sommer 2020 nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie. Anderen möglichen Hemmnissen (Witterungseinflüssen, Finanzierungsengpässen) wurde den Juni-Resultaten nach nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung beigemessen.