Konjunkturticker Verarbeitendes Gewerbe 04/22

Preiserwartungen auf Rekordhoch

Im Verarbeitenden Gewerbe stabilisierte sich das Geschäftsklima im April auf niedrigem Niveau – nach dem Absturz im Vormonat nahm der Indikator nun wieder leicht zu. Ihre aktuelle Lage stuften die Unternehmen noch weit verbreitet als günstig ein; dies etwas seltener als im März. Die Perspektiven fielen nun geringfügig weniger häufig pessimistisch aus.

Anders als zuvor wurde stellenweise von einem Rückgang der Nachfrage berichtet. Die Auftragsbestände nahmen mancherorts zu, jedoch deutlich seltener als in den vorangegangenen Monaten.

Die Vormonatsproduktion wurde geringfügig öfter ausgeweitet als zuvor. Die Bestände an Fertigwaren wurden dennoch wieder etwas häufiger als unzureichend bezeichnet. Der Materialmangel im Verarbeitenden Gewerbe ging gegenüber dem Vorquartal (72,4 %) etwas zurück; nun meldeten 70,1 % der Firmen Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen.

Die Exportaussichten blieben punktuell optimistisch. Der entsprechende Saldenwert stieg leicht an, notierte aber noch klar unter seinem langfristigen Mittel. Sowohl Produktionspläne wie auch Beschäftigungsplanungen wurden nochmals spürbar nach unten korrigiert, blieben aber mancherorts expansiv ausgerichtet.

Der Saldo der Preiserwartungen erreichte im April einen neuen Rekordstand seit 1991. Knapp 70 % der Unternehmen planten im Rahmen der jüngsten Befragung, ihre Preise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen.