Konjunktur-Interview

Krieg in der Ukraine bedeutet weitere Zäsur für die Südwestunternehmen

Konjunkturelle Rahmenbedingungen verändern sich fundamental – Sanktionen, Lieferengpässe und Preissteigerungen beeinträchtigen vor allem die Industrie. | Edith Weymayr bespricht im Konjunkturinterview die aktuelle Geschäftslage.

„Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate sind eingebrochen – die aktuelle Geschäftslage wird hingegen noch weitestgehend positiv beurteilt. Die Auswirkungen des Krieges und der Sanktionen sind bei einem Großteil der Unternehmen noch gar nicht vollständig angekommen. Der Krieg und seine Folgen werden uns auch aus konjunktureller Sicht wahrscheinlich leider noch lange beschäftigen“, bewertet Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands der L‑Bank, die gegenwärtige Lage.

Der Krieg in der Ukraine hat im März zum stärksten konjunkturellen Stimmungseinbruch in Baden-Württemberg seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor zwei Jahren geführt. In der
L
BankifoInstitut für WirtschaftsforschungKonjunkturumfrage trübte sich das Geschäftsklima deutlich von 19 Punkten im Vormonat auf 4 Punkte ein. Die Ursache hierfür war eine drastische Verschlechterung der Geschäftserwartungen für die kommenden Monate. Die aktuell noch sehr positive Lageeinschätzung (28 Punkte) dürfte in näherer Zukunft ebenfalls unter Druck geraten, sobald sich die konkreten Kriegsfolgen für die Unternehmen abzeichnen.