Konjunktur-Interview

Die Südwestkonjunktur wankt

Die derzeit noch positive Lageeinschätzung wird durch Inflation, Rezessionsängste und geopolitische Unsicherheiten bedroht. | Edith Weymayr bespricht im Konjunkturinterview die aktuelle Geschäftslage.

„Durch die Corona-Pandemie, den Kriegsausbruch in der Ukraine und einige andere Faktoren ist ein gefährlicher Cocktail aus steigenden Preisen und drohender Rezession entstanden. Dieser wird uns vermutlich noch über Monate und Jahre hinweg beschäftigen. Allerdings hat der sturmerprobte Mittelstand in Baden-Württemberg während der Corona-Pandemie seine Resilienz und Wandlungsfähigkeit unter Beweis gestellt, was zuversichtlich stimmt“, bewertet Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands der L‑Bank, die gegenwärtige Lage.

Zum Ende des ersten Halbjahres 2022 wird die Stimmungslage der Südwestunternehmen weiterhin durch den Krieg in der Ukraine und seine vielfältigen Auswirkungen geprägt. Zwar blicken die Betriebe in der L‑Bank‑ifoInstitut für Wirtschaftsforschung‑Konjunkturumfrage nicht mehr ganz so pessimistisch auf die kommenden Monate wie direkt nach Kriegsausbruch; die Geschäftserwartungen liegen aber weiterhin deutlich im negativen Bereich. Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen die Südwestunternehmen weiterhin überwiegend positiv. Insgesamt verbesserte sich das Geschäftsklima im Vergleich zum Ende des ersten Quartals.