L‑Bank-Konjunkturticker 10/2022

Geschäftsklima: Klima verschlechtert sich weiter

Das Geschäftsklima Baden‑Württemberg verschlechterte sich im Oktober nochmals spürbar. Der Klimaindikator näherte sich den Tiefständen vom Frühjahr 2020 an. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten die Unternehmen abermals seltener positiv; der Saldenwert erreichte sein historisches Mittel. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate fielen erneut deutlich pessimistischer aus als im Vormonat.

Der aktualisierte Frühindikator für die Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts (nicht saison- und kalenderbereinigte vierteljährliche Veränderungsraten gegenüber dem Vorjahresquartal) in Südwest deutete – bei einem bis Februar 2023 reichenden Prognosehorizont – auf eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftsleistung hin. Der baden-württembergischen Konjunktur steht ein harter Winter bevor.

Sektorale Entwicklungstendenzen

Im Verarbeitenden Gewerbe sank der Klimaindikator tiefer in den negativen Bereich. Ihre aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen nochmal seltener positiv. Die Geschäftserwartungen waren deutlich pessimistischer als in den zurückliegenden Monaten.

Die Firmen im Bauhauptgewerbe stuften ihre momentane Geschäftslage geringfügig seltener günstig ein als im September. In stärkerem Ausmaß nahm der Pessimismus bei den Einschätzungen zu den Perspektiven ab; in Folge verbesserte sich das Geschäftsklima etwas. Der Klimaindikator blieb aber negativ.

Die Geschäftsaussichten der Großhandelsfirmen blieben ähnlich verbreitet pessimistisch wie zuletzt. Da das Lageurteil abermals weniger häufig positiv ausfiel, trübte sich das Geschäftsklima weiter ein.

Im Einzelhandel verschlechterte sich das Klima weiter, da sowohl der Lage- wie auch der Erwartungsindikator gegenüber September deutlich tiefer in den negativen Bereich rutschten.

Im Dienstleistungssektor waren die Geschäftserwartungen im Oktober merklich schlechter. Die aktuelle Lage wurde weniger häufig als günstig bewertet. In Folge sank der Klimaindikator und notierte erstmals seit Januar 2021 wieder unter null.