L-Bank-Bilanz 2018: Gezielt und passgenau – Förderung für Baden-Württemberg läuft auf Höchsttouren

  • Landeswohnraumförderung: Soziale Miet- und Eigenheimförderung erreicht mit über 650 Mio. Euro an Fördervolumen eine neue Förderbestmarke.
  • Wirtschaftsförderung: Mittelstand investiert und fragt mit rund 3,57 Mrd. Euro so viele Förderkredite nach wie noch nie.
  • Förderung der Landwirtschaft: Nachfrage erreicht mit rund 205 Millionen Euro ein Zehn-Jahres-Hoch.
  • Kernkapital: Eigenkapitalbasis konnte unter Basel III um rund 5 Prozentpunkte auf die Zielmarke von 20 Prozent gesteigert werden.
  • Ausblick 2019: Neue Förderschwerpunkte Digitalisierung und innovative Geschäftsmodelle unterstützen Unternehmen beim Strukturwandel.

Stuttgart, 09. Mai 2019. „Aus Liebe zum Land – unser Anspruch ist es, mit unserer Förderung Baden-Württemberg noch attraktiver und lebenswerter zu machen. Mit unseren Förderkrediten und Bürgschaften, durch unsere Eigenkapitalvergabe und unsere Standortentwicklung sowie durch die Förderung durch Ausreichen von Finanzhilfen haben wir den Werkzeugkasten, um die Landesregierung in den unterschiedlichen Politikfeldern zu unterstützen. Die im Jahr 2018 wiederum sehr erfreulichen Förderergebnisse zeigen, dass unsere Angebote passgenau ausgestaltet sind. Gerade in unserem Kerngeschäft – der Wohnraum- und Wirtschaftsförderung über zinsgünstige Förderdarlehen – freuen uns die beiden Bestmarken sehr“, resümierte Dr. Axel Nawrath, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, das zurückliegende Geschäftsjahr.

Klassische Förderkredite weiterhin attraktiv

Mit klassischen Förderkrediten – der Kernkompetenz der L-Bank Förderung – werden Investitionen in Wirtschaft, Wohnraum und Infrastruktur angekurbelt. Das zugesagte Kreditvolumen im Kernfördergeschäft für Wirtschaft und Wohnen übertraf 2018 mit 4,6 Mrd. Euro das bereits starke Vorjahr (4,5 Mrd. Euro). „Verlässlich günstige Konditionen und auf die Zielgruppen abgestimmte Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass unsere Angebote dort ankommen, wo sie Nutzen stiften“, erläuterte Nawrath. „Gerade im allgemeinen Niedrigzinsumfeld ist es wichtig, Förderakzente zu setzen und über steuernde Anreize gesellschaftliche Ziele zu unterstützen.“ Im vergangenen Jahr konnten insgesamt rund 16.000 Förderkunden finanziert werden.

„Dieses Ergebnis war nur durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Finanzierungspartnern vor Ort möglich. Die Geschäftsbanken, die Volksbanken und Sparkassen, engagieren sich in Baden-Württemberg vorbildlich für die Förderprogramme und sind unser verlängerter Arm in den Regionen. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit ihnen und die seit vielen Jahren verlässliche und sehr enge Kooperation mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg sind Garanten für unseren Erfolg“, so Nawrath.

Wohnraumförderung: Bezahlbares Wohnen ist ein elementares gesellschaftliches Bedürfnis

Neben der Schaffung von neuem, bedarfsgerechtem und gleichzeitig bezahlbarem Wohnraum ist die Sanierung bzw. Modernisierung bestehenden Wohnraums die zweite grundlegende Zielrichtung der baden-württembergischen Wohnraumförderung. In Summe konnten wir das Förderkreditvolumen mit 1,43 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,46 Mrd. Euro) halten. „Auch wenn wir heute auf die Bilanz 2018 schauen, Förderbanken müssen immer auch die Langfristperspektive im Blick haben. Und da haben wir einiges vorzuweisen: In den letzten 10 Jahren haben wir mit einer Darlehensförderung von über 16 Mrd. Euro die Verbesserung der Wohnraumsituation in Baden-Württemberg unterstützt und so einen Beitrag zu den attraktiven Lebensbedingungen im Südwesten geleistet“, sagte Nawrath.

„Während in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts der Schwerpunkt unserer Wohnraumförderaktivitäten stärker in der Förderung von Maßnahmen zur Erreichung von mehr Energieeffizienz im Eigenheim lag, rückt seither die Förderung von bezahlbarem, sozialem Wohnraum und damit insbesondere die Landeswohnraumförderung ins Blickfeld. Es freut uns sehr, dass die Landeswohnraumförderung mit einem herausragenden Förderjahr für spürbare Impulse auf der Angebotsseite sorgt. Die Landeswohnraumförderung bewegt sich auf einem Niveau, das wir so noch nicht kannten. In Anbetracht des enormen Wohnungsbedarfs ein wichtiger Schritt, über den wir uns alle auch mal freuen sollten – auch wenn im Wohnungsbau noch viel Arbeit vor uns liegt“, sagte Nawrath. Insgesamt wurden im Jahr 2018 rund 650 Mio. Euro an Förderdarlehen (Vorjahr: 489 Mio. Euro) für über 8.240 Wohneinheiten ausgelegt. Im Landeswohnraumprogramm konnte mehr als 1.550 Familien mit Kind zu Wohneigentum verholfen werden; im sozial gebundenen Mietwohnungsbau konnten 2.200 Wohneinheiten neu hinzugewonnen werden. „Damit ist in den vergangenen Jahren im sozial gebundenen Mietwohnraum ein großer Schritt nach vorne gemacht worden – ein Turnaround, eine echte Trendwende, die sich im Jahr 2018 verfestigt hat“, erläuterte Nawrath. Gemäß der von der Wohnraum-Allianz Baden-Württemberg im Jahr 2017 in Auftrag gegebenen Wohnraumbedarfsprognose des Prognos-Instituts sind jährlich und über Jahre kontinuierlich rund 1.500 Wohneinheiten nötig, um den durch Auslaufen von Belegbindungen bedingten Rückgang im Bestand von sozial gebundenen Mietwohnungen in Baden-Württemberg, nachhaltig zu stoppen.

„Die Nachfrage hat sich auch in den ersten Monaten des Jahres 2019 erfreulich entwickelt. Die Antragssituation im Landeswohnraumförderungs­programm lässt ein erneut starkes Förderjahr 2019 erwarten“, blickte Nawrath auf die Entwicklung im aktuellen Jahr.

Wirtschaftsförderung: Starker Impuls für die Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Unternehmen

Insgesamt wurden den Unternehmen im Land in den Programmen der Gründungs- und Mittelstandsförderung Kredite über 3,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,1 Mrd. Euro) zur Verfügung gestellt. „Das ist das höchste Förderniveau, das wir bisher in unserer Wirtschaftsförderung gesehen haben“, kommentierte Nawrath. Damit wurden rund 8.600 Unternehmen gefördert und 11.800 Arbeitsplätze neu geschaffen sowie 343.000 Arbeitsplätze gesichert. 2,32 Mrd. Euro gingen an mittelständische Unternehmen (Vorjahr: 2,26 Mrd. Euro), 623,6 Mio. Euro an Existenzgründungen und junge Unternehmen (Vorjahr: 659,7 Mio. Euro) und 204,6 Mio. Euro an die Landwirtschaft (Vorjahr: 140,2 Mio. Euro). „Auch wenn uns aktuelle Bestmarken immer Freude bereiten, sollten wir im Blick behalten, dass Förderbanken immer in langen Linien arbeiten und sich auch an denen messen lassen müssen. In den letzten 10 Jahren hat die L-Bank die Unternehmen Baden-Württembergs mit Darlehen in Höhe von fast 29 Mrd. Euro unterstützt und so die Wettbewerbsfähigkeit gerade des kleineren Mittelstands entscheidend weil nachhaltig gestärkt“, erläuterte Nawrath.

Mittelstandsförderung: Der baden-württembergische Mittelstand hat die Zukunft im Blick

Die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist in Baden-Württemberg nicht nur ein Schlagwort – die Förderung der L-Bank erfüllt dieses zentrale Ziel der Landesverfassung mit Leben. Baden-Württemberg ist die führende Innovationsregion in Europa. Im vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg im zweijährigen Turnus berechneten Innovationsindex, der die Innovationsfähigkeit abbildet, liegt der Südwesten mit Abstand vorn. „Das Besondere daran ist die Stärke in der Fläche. Baden-Württemberg hat zahlreiche global relevante Unternehmen, und die sind nicht nur in den Ballungszentren angesiedelt, sondern auch im ländlichen Raum“, verdeutlichte Nawrath. Die ausgewogene Wirtschaftsstruktur und die ausgeglichene regionale Entwicklung spiegeln sich in der regionalen Verteilung unserer Fördermittel. „Stärken gilt es zu stärken – nach dieser Devise haben wir mit unserer „Investitionsfinanzierung“ mit der betriebliche Investitionen in ländlichen Gebieten in Baden-Württemberg gefördert werden, ein kraftvolles Signal gesetzt“, so Nawrath. Das Neugeschäftsvolumen erhöhte sich deutlich auf 628,4 Mio. Euro (Vorjahr: 519,3 Mio. Euro).

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Investitionen in die Ressourceneffizienz und die Digitalisierung. Mit 629 Mio. Euro wurde in der Ressourceneffizienzfinanzierung wieder ein Topergebnis erreicht (Vorjahr: 643 Mio. Euro). „Die „Ressourceneffizienzfinanzierung“ ist damit weiterhin das volumenstärkste Förderprogramm und unterstützt kraftvoll die ambitionierten Klimaziele des Landes Baden-Württemberg. Seit nun mehr sieben Jahren leisten wir mit der Förderung von Maßnahmen der Ressourcen- und Energieeffizienz einen sehr aktiven Beitrag zum Strukturwandel unserer Wirtschaft“, so Nawrath.

 „Digitalisierung treibt die Unternehmen derzeit stark um. Mit der „Digitalisierungsprämie“, die insbesondere kleineren Unternehmen die ersten Schritte erleichtern soll, will die Landesregierung das Tempo der Digitalisierung beschleunigen“, sagte Nawrath. Im Jahr 2018 wurde das Programm mit über 900 Bewilligungen bereits gut genutzt. „Nach der Umstellung auf eine Kombination von Förderdarlehen und Tilgungszuschuss ist die Attraktivität der „Digitalisierungsprämie“ noch höher“, so Nawrath.

Über alle Programme der Mittelstandsförderung hinweg wurden zins­günstige Kredite mit einem Gesamtvolumen von 2,32 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,26 Mrd. Euro) an mehr als 5.100 Betriebe ausgereicht. Die Schaffung von ca. 7.800 neuen Arbeitsplätzen konnte so unterstützt und rund 318.000 Arbeitsplätze konnten gesichert werden.

Existenzgründung und Start-ups: Gründungsförderung weiter auf höchstem Niveau

„Unsere Aufgabe ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Standortes Baden-Württemberg zu stärken. Dafür betreiben wir Gründungsförderung und stellen für kleine und mittlere Unternehmen ausgerichtete passende Finanzierungen bereit. Alleine in den letzten zehn Jahren waren dies 5,1 Mrd. Euro“, so Nawrath. „Nachfolger, die erfolgreiche Mittelständler weiterentwickeln und Start-ups mit neuen Ideen, unsere Gründungsförderung ist für beide offen. Existenzgründer und Unternehmensnachfolger – für beide ist es ein Neustart.“ Mit in Summe 624 Mio. Euro haben die Existenzgründungsförderungsprogramme das zweithöchste Ergebnis der Geschichte der L-Bank erzielt (Vorjahr: 660 Mio. Euro). Von der Förderung profitierten rund 2.800 Neugründungen und Unternehmensnachfolgen.

„Wir haben der Unternehmensnachfolge in den letzten Jahren eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt: Mehr als ein Drittel unserer Förderungen in den Darlehensprogrammen für Gründer wird von Nachfolgern in Anspruch genommen. Seit 2014 wurden in den L-Bank-Darlehensprogrammen mehr als 6.400 Unternehmensübernahmen mit einem Kreditvolumen von 1,5 Mrd. Euro gefördert“, erläuterte Nawrath. „Der Generationswechsel wird vor allem angesichts des demografischen Wandels weiter eine gigantische Herausforderung bleiben, die wir sehr genau beobachten.“

Mit dem Programm „MikroCrowd“ schlagen wir eine Förderbrücke zwischen der neuen Welt des Crowdfundings und dem bewährten Hausbankenprinzip. In der Kombination einer Crowdfinanzierung mit einem Förderkredit werden die Vorteile beider Systeme miteinander verbunden.

Bisher wurden 38 MikroCrowd-Vorhaben mit einem Förderdarlehensvolumen von 160.000 Euro und einem angestoßenen Crowdfundingvolumen von rund 400.000 Euro erfolgreich finanziert. „Das sind in einem Nischenfördermarkt sehr gute Zahlen. Zumal man die Effekte der „MikroCrowd“ differenzierter sehen muss“, sagte Nawrath. „Alleine 375.000 Besucher auf der Plattform mikrocrowd.de sowie mehr als 435 konkrete Finanzierungsanfragen zum Programm „MikroCrowd“ zeigen, dass es uns gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium gelungen ist, ein Schlaglicht auf die Themen Gründung und Finanzierung im schwierigen Kleinstunternehmensbereich zu lenken. Diese Resonanz stößt auf bundesweites Interesse – andere Landesförderinstitute haben im letzten Jahr ähnlich ausgerichtete Produkte auf den Markt gebracht. Es wächst gerade eine regelrechte MikroCrowd-Familie heran. In Baden-Württemberg erwarten wir durch die neu eingerichteten landesweiten Crowd-Lotsen einen neuen Schub. Die Crowd-Lotsen sind an der Hochschule der Medien als zentrale Anlaufstelle und Begleiter der Interessenten angesiedelt und sorgen für zusätzliche Transparenz und einen weiteren Abbau der Zugangsschwelle.“

Landwirtschaft: Förderung übersteigt 200 Millionen-Euro-Grenze

„In der Landwirtschaftsförderung haben wir im Jahr 2018 ein Zehn-Jahres-Hoch bei den ausgereichten Mitteln erreicht. Fast zwei Drittel gingen dabei als zinsvergünstigte Darlehen für umweltfreundliche Investitionen an die landwirtschaftlichen Betriebe. Damit finanzieren die Betriebe Maßnahmen, die die Energieeffizienz optimieren, Emissionen mindern, die Tierhaltung verbessern oder die Qualität in der Produktion steigern. Auch Investitionen in den ökologischen Landbau werden auf diese Weise gefördert“, verdeutlichte Nawrath. „So unterstützen wir den Trend hin zu einer umwelt- und tiergerechten Landwirtschaft. Die heimischen Landwirte mit ihren im Bundesvergleich traditionell kleineren Betrieben haben dabei besonders zu kämpfen. Immer häufiger müssen große Investitionen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit getätigt werden.“

Ausblick 2019: Strukturwandel der Wirtschaft aktiv begleiten

„Aktuell ist aber auch eine Zurückhaltung in der unternehmerischen Investitionsnachfrage spürbar. Die weltwirtschaftlichen Unsicherheits­faktoren, die sich zu einer Art chronischer, pathologischer Unsicherheit verfestigt haben, schlagen zunehmend auf die Finanzierungsnachfrage durch. Zur Stärkung der Zukunftsorientierung und Begleitung des notwendigen Strukturwandels haben wir deshalb Anfang März 2019 die Innovationsfinanzierung mit einer neuen Förderperspektive aufgelegt. Mit der Innovationsfinanzierung 4.0 bieten wir branchenunabhängig einen zusätzlichen Förderschwerpunkt „Innovative Geschäftsmodelle“, um so dem Mittelstand die Möglichkeit zu geben, sich frühzeitig auf veränderte Wertschöpfungsmuster einzustellen“, so Nawrath.

Förderung durch Eigenkapitalvergabe: Bei disruptiven Vorhaben erste Wahl

Im Fokus des Mittelstandsfonds LEA Mittelstandspartner stehen Unter­nehmen aus dem Industrie- und IT-Sektor, deren Wachstum mit einem aktiven und partnerschaftlichen Beteiligungsansatz mit Blick auf die großen und kapitalintensiven Herausforderungen der Digitalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft beschleunigt werden soll. Der Fonds hat sein ursprüngliches Zielvolumen von 100 Mio. Euro bei einem finalen Zeichnungsschluss mit 200 Mio. Euro weit übertroffen. Mit vier Investments und einem aktuellen Gesamtinvestment von 55,5 Mio. Euro ist der Fonds gut angelaufen.

Beim neu aufgelegte LEA Venturepartner ist die L-Bank Ankerinvestor, das Land Baden-Württemberg beteiligt sich zusätzlich maßgeblich. So wird eine Vertrauensbasis geschaffen, die attraktiv für private Risikopartner ist. Das Zielvolumen für das in 2019 vorgesehene Final Closing beträgt 50 bis 60 Mio. Euro. Der Fonds konzentriert sich auf technologiestarke Start-ups mit Wachstumspotenzial. Bisher wurden zwei Investments getätigt und aktuell 3,1 Mio. Euro investiert.

Die öffentliche Hand hat rund um Wirtschaftsministerium, L-Bank und MBG ein passgenaues Angebot von Eigenkapital in Baden-Württemberg etabliert. Dieses gut aufeinander abgestimmte Förderökosystem ermöglicht es, die Unternehmen in den jeweils unterschiedlichen Entwicklungsphasen und Schwerpunkten gezielt zu unterstützen. „Aber gerade Venture Capital ist stets ein sehr selektives und punktuelles Finanzierungsinstrument – auch und gerade beim Einsatz öffentlicher Mittel. Den guten Weg der engen institutionellen Zusammenarbeit gilt es in Zukunft weiter zu vertiefen“, so Nawrath.

Förderung durch Standortentwicklung: Freiburg setzt den nächsten Stein

Die Standortentwicklung wird von den Immobilientochtergesellschaften der L-Bank durchgeführt. Mit dem Technologiepark Karlsruhe (TPK), dem Stuttgart Engineering Park (STEP), dem Technologiepark Tübingen-Reutlingen (TTR) und dem Mannheimer Technologiepark (TPMA) ist in den letzten Jahren ein fein austariertes Gebäudeangebot für technologieorientierte Unternehmen geschaffen worden. Dabei werden die Technologieparks nach kaufmännischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt. Sie bieten ein Umfeld, das den dort angesiedelten Betrieben die Konzentration auf ihre Unternehmensziele erleichtert. Die Nähe der Technologieparks zu Universitätsstandorten unterstützt zudem den Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft.

In seiner diesjährigen Frühjahrssitzung hat der Verwaltungsrat der L-Bank den Weg für FRIZ, das Freiburger Innovationszentrum frei gemacht. Das FRIZ wird unmittelbar auf dem Gelände der Technischen Fakultät angesiedelt sein. Bei dem geplanten Neubau handelt es sich um ein hochmodernes und flexibles Büro- und Laborgebäude mit einer Bruttogeschossfläche von rund 13.000 Quadratmetern. „Das FRIZ ist ein neuer Baustein mit der wir die clusterorientierte Standortpolitik der Landesregierung weiter stärken. Alle unsere Technologieparks haben eine hohe Strahlkraft und sind in den jeweiligen Regionen hervorragend etabliert. Ihre Impulse fördern den Technologietransfer ebenso wie die Ansiedlung neuer innovativer Unternehmen“, kommentierte Nawrath. „Mit dem revolvierenden Gesamtinvestitionskapital in Höhe von 180 Mio. Euro setzen wir so starke standortbezogene Entwicklungsakzente.“

Förderung durch Finanzhilfen: Vielseitiger Förderdienstleister für das Land Baden-Württemberg

Bei der Ausreichung von Finanzhilfen ist die L-Bank als Dienstleister für das Land Baden-Württemberg tätig und bei einer Vielzahl von Förder­programmen in die Zuschussgewährung eingebunden.

Insgesamt ist die L-Bank bei über 70 Finanzhilfe-Programmen als Förderdienstleister für Landes-, Bundes- und EU-Mittel engagiert. Das Spektrum reicht von familienpolitischen Leistungen wie dem Elterngeld oder der Sprachförderung in allen Tageseinrichtungen für Kinder mit Zusatzbedarf (SPATZ) bis zur Förderung der E-Mobilität. Der kräftige Anstieg der Finanzhilfen mit einem Gesamtvolumen von 2,72 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,12 Mrd. Euro) liegt in den höheren Volumina im Bereich Familien, Bildung und Soziales in Höhe von 1,5 Mrd. Euro und im Bereich Infrastruktur in Höhe von 907 Mio. Euro begründet.

Zu den zentralen Leistungen gehörte auch im Jahr 2018 das Elterngeld. Die L-Bank hat im Auftrag des Landes im Jahr 2018 mehr als 147.000 Elterngeldanträge bewilligt (2017: 142.500) und Elterngeld in Höhe von 993 Mio. Euro (2017: 944 Mio. Euro) zugesagt. Gerade die Leistungsart „ElterngeldPlus“ und damit verbunden der Partnerschaftsbonus wird von den Familien sehr gut angenommen. Lag die Inanspruchnahme bei der Einführung noch bei 10 Prozent, so wird diese Leistungsvariante aktuell von ungefähr 20 Prozent der Antragsteller genutzt. Die verschiedenen Elterngeldvarianten weisen einen hohen Informations- und Beratungsbedarf auf. Die mehr als 315.000 telefonischen Beratungen in unserem Servicecenter Familienförderung verdeutlichen unsere Leistungsfähigkeit. Trotz der aufwendigeren Antragsbegleitung und -bearbeitung und den durch die höhere Geburtenrate gestiegenen Antragszahlen konnten wir die Reaktionszeiten mit durchschnittlich rund 30 Tagen bis zum Erstbescheid weiterhin niedrig halten.

Unsere Kunden wandeln sich – wir auch!

 „Selbstverständlich ist Digitalisierung nicht nur ein Thema unserer Kunden und damit in unseren Förderprogrammen festverankert. Für uns als Förderbank bieten die Instrumente und Entwicklungen der Digitalisierung die Möglichkeit, uns noch stärker an den Bedürfnissen unserer vielfältigen Stakeholder zu orientieren – dies betrifft die Vorstellungen unserer Kooperationspartner ebenso wie die Wünsche unserer Förderkunden“, sagte Nawrath. „Hierzu zählt an prominierter Stelle der Themenkomplex Kommunikation und Information. Daher freuen wir uns, dass wir uns seit wenigen Tagen mit einem völlig neuen Online-Auftritt präsentieren. Klar, in der Navigation einfach und zielgruppenorientiert – für uns ein weiterer Baustein den gefühlten Förderdschungel zu vermeiden.“ Grundlage ist eine Dreiteilung des Online-Auftritts: Neben einem Kundenportal l-bank.de, das die Förderangebote kurz und prägnant darstellt, einem Informationsportal über die L-Bank als Unternehmen l-bank.info, gibt es ein reines Expertenportal, in dem unsere Finanzierungspartner eine geschlossene Austauschplattform finden, die sie mit sämtlichen Details unserer Förderprogramme versorgt.

Betriebsergebnis 2018

Die L-Bank erwirtschaftete im Jahr 2018 ordentliche Erträge in Höhe von 398,4 Mio. Euro (Vorjahr: 389,0 Mio. Euro). Der Zinsüberschuss lag mit 331,4 Mio. Euro 2,5 Prozent über dem Vorjahr (Vorjahr: 323,4 Mio. Euro).

„Der Zinsüberschuss ist gegenüber dem Vorjahr um 8,0 Mio. Euro gestiegen. Die anhaltende Niedrigzinsphase führte nur noch in geringem Umfang (4,1 Mio. Euro) zu einem Rückgang der Erträge aus der Eigenkapitalanlage. Dieser Rückgang konnte durch ein verbessertes Treasury-Ergebnis kompensiert werden“, kommentierte Dr. Ulrich Theileis, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der L-Bank, die Ergebnisentwicklung.

Die Verwaltungsaufwendungen, die neben dem Personal- und Sachaufwand die Abschreibungen auf Sachanlagen umfassen, konnten gegenüber dem Vorjahr um 9,1 % auf 167,9 Mio. Euro (Vorjahr: 184,8 Mio. Euro) reduziert werden. „Ursächlich waren im Wesentlichen Kostenrückgänge bei Gebäuden und der IT nach Abschluss des Projekts zur Ablösung der Großrechnerarchitektur. Mit unserer modernen IT-Infrastruktur haben wir jetzt eine gute Grundlage für die nächsten Digitalisierungsschritte“, sagte Theileis.

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertungen betrug hiernach 221,0 Mio. Euro (Vorjahr: 185,2 Mio. Euro).

Das Bewertungsergebnis lag mit -39,9 Mio. Euro erwartungsgemäß in ähnlicher Höhe wie im Vorjahr (Vorjahr: -31,7 Mio. Euro). „Erneut konnten die Vorsorgereserven gestärkt werden. Das verteilungsfähige Ergebnis der L-Bank belief sich auf 180,2 Mio. Euro (Vorjahr: 153,2 Mio. Euro)“, sagte Theileis.

Aufgrund unseres Förderfondssystems belasteten die laufenden Förderbeiträge der L-Bank das Ergebnis des Jahres 2018 nicht. Von dem für das Berichtsjahr gebildeten Förderfonds (Rückstellung) wurden 73,4 Mio. Euro verbraucht. „Somit erhöht sich der in 2017 für Förderleistungen im Jahr 2019 gebildete Förderfonds um 6,6 Mio. Euro auf 86,6 Mio. Euro“, erläuterte Theileis. Aus dem Jahresergebnis 2018 wurden 80,0 Mio. Euro in den Förderfonds für Förderbeiträge des Jahres 2020 eingestellt. Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken wurden 50,0 Mio. Euro (Vorjahr: 20,0 Mio. Euro) zugeführt. Der nach Förderleistung und Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken resultierende Jahresüberschuss belief sich auf insgesamt 50,2 Mio. Euro (Vorjahr: 50,6 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr ergab sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 51,0 Mio. Euro. Er wurde zur Stärkung der Eigenkapitalbasis verwendet.

Die Bilanzsumme der Bank belief sich auf 69,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 70,7 Mrd. Euro). „Sie ist im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,1 Mrd. Euro zurückgegangen und bewegt sich um rund 70 Mrd. Euro im Planbereich. Auch sind keine wesentlichen strukturellen Veränderungen zu verzeichnen“, kommentierte Theileis.

Die Kernkapitalquote nach Basel III lag zum 31. Dezember 2018 bei 18,59 Prozent (Vollumsetzung Basel III) und damit auf dem Niveau des Vorjahres (18,67 Prozent). Unter Berücksichtigung des Jahresergebnisses 2018, also der Zuführung von 50 Mio. Euro zu den Gewinnrücklagen und von 50 Mio. Euro zum Fonds für allgemeine Bankrisiken, sowie der zum Stichtag 31.03.2019 erfassten anrechnungs­fähigen Realkreditsicherheiten errechnete sich eine CET1-Quote von 20,01 Prozent. „Dies zeigt: Wir haben unser Ziel, eine Kernkapitalquote von rund 20 Prozent, erreicht. Dieses Niveau wollen wir halten und so ein stabiler Partner für unseren Eigentümer sein“, erläuterte Theileis.

Übersicht Ergebnisentwicklung

Ergebnisentwicklung

 

2018 2017 Veränderung
Mio. Euro in %

Zinsüberschuss

331,4

323,4 2,5

Provisionsüberschuss

41,4

40,0 3,5

Sonstige Erträge/Aufwendungen

16,1

6,6 >100,0

Verwaltungsaufwendungen

167,9

184,8 -9,1

Betriebsergebnis vor Risikovorsorge/Bewertungen

221,0

185,2 19,3

Bewertungsergebnis

-39,9 -31,7 25,9

Betriebsergebnis

181,1 153,5 18

Ertragsteuern

0,9

0,3 >100

Verteilungsfähiges Ergebnis

180,2

153,2 17,6

Aufwand für Zinsverbilligungs-zuschüsse und weitere Zuschüsse

-

2,6 -100

Zuführung zum Förderfonds (Rückstellungen)

80,0

80,0 0,0

Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken

50,0

20,0 >100

Jahresüberschuss

50,2

50,6 -0,8