MikroCrowd

MikroCrowd-Contest liefert frische Ideen für Baden-Württemberg

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Finanzierungsphase des Online-Wettbewerbs für Gründer läuft noch bis 05.11.2019 auf www.mikrocrowd.de I Dr. Axel Nawrath, Vor­sit­zender des Vorstands der LBank, über den erstmals von der LBank ausgerichteten Start-up-Contest

Karlsruhe, 23.10.2019. Mit der MikroCrowd – einer Kombination aus Mikroförderdarlehen und Crowdfunding – hatte die L‑Bank zusam­men mit dem Landeswirtschaftsministerium 2017 eine Förderinnovation an den Start gebracht, die inzwischen bundesweit einige Nachahmer gefunden hat. Nun wird mit dem MikroCrowd-Contest zum ersten Mal ein eigener Online-Wettbewerb für Gründer im Mikrofinanzierungsumfeld ausgerichtet. Seit 1. Oktober läuft die Finanzierungsphase für die elf Gründungsvorhaben, die sich für die Teilnahme qualifiziert haben.

Dabei entscheidet die Crowd, also die Online-Gemeinschaft, über die Preisträger. Die Projekte, die bis zum Wettbewerbsende am 05.11.2019 die meisten finanziellen Unterstützer für sich begeistern konnten, sind die Gewinner. Entscheidend ist allein die Anzahl der Geldgeber, nicht die Höhe des erreichten Fundings. Den Siegern winkt ein Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro. Auf Wunsch gibt es von der
L‑Bank für alle Teilnehmer mit einem erfolgreichen Funding noch einen zinsgünstigen Kleinkredit in Höhe von 10.000 Euro obendrauf.

Im Interview erläutert Dr. Axel Nawrath, Vorsitzender des Vorstands der L‑Bank, die Beweggründe, den neuartigen Finanzierungswettbewerb gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium ins Leben zu rufen.

Frage: Herr Dr. Nawrath, was ist der MikroCrowd-Contest?

Antwort: Der MikroCrowd-Contest ist ein Wettbewerb speziell fürStart-ups, die nur einem geringen Finanzierungsbedarf haben. Häufig kommen neue, spannende Ideen zwar in der Öffentlichkeit gut an, für Banken und andere Geldgeber ist es aber oft schwer greifbar, inwieweit auch eine reale Kaufbereitschaft dahinter steht. Es gibt schlicht keine Erfahrungswerte mit diesen oder ähnlichen Dienstleistungen oder Produkten. Das macht eine Finanzierung schwierig, vor allem wenn auch noch die Sicherheiten fehlen.

Der MikroCrowd-Contest bringt Ideen und potentielle Kunden schon zu einem frühen Zeitpunkt zusammen – und zwar in einer besonderen Wei­se. Nicht Banken und Sparkassen machen die Einstiegs­finanzierung, sondern die Crowd und damit die künftigen Kunden. Kommt eine Idee beim Crowdfunding gut an, so ist die Wahrscheinlich­keit groß, dass sie auch später im Markt Erfolg hat. Es ist sozusagen ein vorweggommener Markttest. Erfolgreiche Projekte können dann in der nächsten Finanzierungsrunde mit belastbaren Daten erfolgversprechend auf die Hausbanken zu gehen.

Frage: Worin liegt der besondere Charme des Wettbewerbs?

Antwort: Für die teilnehmenden Start-ups liegt der besondere Charme darin, dass sie fürs Mitmachen unter anderem kostenlose Coachings und Beratungen erhalten. Das geschieht in erster Linie durch unsere vom Wirtschaftsministerium beauftragte Crowd-Lotsin – einer Crowd­funding-Expertin vom Start-up-Center der Hochschule der Medien in Stuttgart. Dieser Lotsen-Dienst stellt einen großen Mehrwert dar – er ist bundesweit sogar einmalig.

In Workshops und Webinaren bekommen die Start-ups einen guten Eindruck, ob ihre Idee das notwendige Marktpotenzial hat oder ob noch die eine oder andere Stellschraube bewegt werden muss. Wichtig ist auch das fast unbezahlbare Marketing. Der Wettbewerb sorgt für eine hohe Aufmerksamkeit – vor allem in den Sozialen Medien.

Frage: Was für Sie als Förderbank das Besondere daran?

Antwort: Auch für uns als Förderbank ist der MikroCrowd-Contest etwas Neues. Wir bestreiten damit einen besonderen Weg, indem wir sagen, wir gehen nicht mit großen Kreditprüfungsverfahren da rein, sondern für uns ist der Lackmustest: Ist das durch die Zahl der Unterstützer ein unterstützungswertes Start-up-Unternehmen? Das ist, wenn man so will, eine Art Kreditersatzprüfung.

Frage: Wie kommt der Contest in der Online-Community an?

Antwort: Es zeigt sich, dass das läuft. Wir hatten im Sommer rund 30 Bewerber, elf Gründungsvorhaben haben sich schließlich qualifiziert. Jetzt, nach rund drei Wochen Laufzeit der Finanzierungsphase, konnten von 1.050 Unterstützern nahezu 55.000 Euro zusammengesammelt werden. Das ist schon eine ganze Menge.

Frage: Was habe ich als Unterstützer von meinem Engagement?

Antwort: Das kommt immer auf das Produkt an und die Unternehmung. Aber in der Regel ist es zunächst einmal so, dass wir sagen: Die Unternehmen haben selbst ein Finanzierungsziel vorgegeben. Und wenn es nicht erreicht wird, dann ist das nicht Hop oder Top, dann ist das eingesetzte Geld nicht weg, sondern man bekommt es zurück. Es gibt also eine gewisse Sicherheit für Unterstützer. Das Zweite ist: Sie werden in der Regel eine besondere Partizipation an dem Unternehmen haben. Entweder Sie sind der Erste, der etwas bekommt, oder Sie bekommen es zu rabattierten Preisen oder Sie bekommen gar als einer der Ersten etwas geschenkt. Und dann haben Sie – und ich glaube, das ist vielen Menschen ein Bedürfnis – dazu beigetragen, dass wieder ein ganz kleiner Mikrobaustein in unserer Wirtschaft das Land wieder ein Stück nach vorne gebracht hat. Und das ist, glaube ich, auch ein Ziel, dass die Unterstützer intrinsisch mit sich tragen.

Frage: Und was muss ich tun, wenn ich mich einbringen möchte?

Antwort: Wer selbst ein Teil der Crowd werden will und auf diese Weise eines oder mehrere Unternehmen unterstützen möchte, sollte einfach auf die Website unseres Partners Startnext gehen. Dort stellen sich alle teilnehmenden Wettbewerbsprojekte unter anderem in kurzen Videos selbst vor.

Zum Contest

Noch bis zum 05.11.2019 läuft die Finanzierungsphase des in diesem Jahr erstmals vom Land und der L‑Bank ausgerichteten MikroCrowd-Contest. Ein Wettbewerb für Startups und junge Unternehmen, die in Baden-Württemberg ihre Geschäftsideen mit Hilfe einer besonderen Form der Finanzierung realisieren wollen. Begonnen hat der Contest Anfang Juli 2019. Statt mit Hilfe eines größeren Kredits einer Bank oder Sparkasse finanzieren viele Personen mit kleinen Geldbeträgen gemeinsam das meist nicht ganz so finanzintensive Vorhaben eines Gründers. Zu gewinnen gibt es beim Crowdfunding-Contest Preisgelder im Gesamtwert von 10.000 Euro. Wer sich informieren oder ein Projekt unterstützen möchte, der findet alles Weitere auf www.mikrocrowd.de .

Zur MikroCrowd

Die Plattform für die Finanzierung der L‑Bank-MikroCrowd stellt die Berliner Startnext Crowdfunding GmbH. Gegründet 2010, ist Startnext heute eine der führenden rewardbasierten Crowdfunding-Communitys für Ideen, Projekte und Start-ups im deutschsprachigen Raum. Bei dieser Art des Crowdfunding erhalten die finanziellen Unterstützer nicht-monetäre Gegenleistungen. In einer Art Vorverkauf handelt es sich dabei zumeist um das fertige Produkt.

Am Anfang stehen eine Existenzgründungsberatung sowie eine Funding-Beratung bei Startnext. Die ausgewählten Projekte werden online platziert und vorgestellt. Anschließend folgt die Crowdfunding-Phase, bei der die Funding-Schwelle von mindestens 50 % des Finanzierungsbedarfs erreicht werden muss. Finden sich genügend Unterstützer, kann ergänzend ein zinsgünstiges Förderdarlehen gewährt werden. Es gilt also, die Community vom Produkt oder der Dienstleistung zu überzeugen. Gelingt dies nicht, kommt keine Finan­zierung zustande. Mit dieser neuen Form der Finanzierung haben Land und L‑Bank eine Lücke in der Förderung von kleinen Start-ups unterhalb der Hausbank­finanzierung geschlossen. Bei der Kombination aus L‑Bank-Darlehen mit einer Finanzierung durch Crowdfunding werden die Vorteile beider Wege miteinander verbunden.

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Hier finden Sie alle Downloads zur Presseinformation.

  • Presseinformation: Der MikroCrowd-Contest liefert frische Ideen für Baden-Württemberg

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    Eingestellt am 22.10.2019
    Gültig ab 22.10.2019
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  • Bild: Porträt Dr. Axel Nawrath

    Abdruck frei, Quelle: L‑Bank/Wagenhan

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    Eingestellt am 16.04.2019
    Gültig ab 16.04.2019
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