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L-Bank-Wirtschaftsförderbilanz 2020

Strukturwandel in Baden-Württemberg nimmt weiter Fahrt auf

L-Bank-Wirtschaftsförderbilanz 2020: 6,3 Mrd. Euro für die Krisenbewältigung und den Strukturwandel in Baden-Württemberg

  • Corona-Hilfsprogramme erreichen 262.000 Unternehmen
  • Starke Nachfrage in den bewährten Förderprogrammen der L-Bank sichert 325.000 Arbeitsplätze und schafft 9.300 neue Stellen
  • Transformation der Wirtschaft gewinnt durch die Corona-Pandemie an Dynamik
  • Rund eine Mrd. Euro für innovative Projekte – Förderprogramme leisten einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel in den Unternehmen

Karlsruhe, 08.01.2021. Im vergangenen Jahr förderte die LBank Baden-Württembergs Unternehmen mit rund 6,3 Mrd. Euro. Die unterschiedlichen Hilfsprogramme zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie trugen mit einem Gesamtvolumen von 2,8 Mrd. Euro maßgeblich zur Steigerung der Gesamtförderleistung der Förderbank bei. Aber auch die bewährten Förderprogramme wurden gut nachgefragt.

„Das Jahr 2020 war von bisher nicht gekannten Turbulenzen geprägt. Natürlich an erster Stelle durch die Corona-Pandemie. Aber auch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und der befürchtete Anstieg der Handelskosten durch einen ungeregelten Brexit haben die Investitionsentscheidungen der Unternehmen beeinflusst“, sagte Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands der LBank, bei der Vorstellung der Wirtschaftsförderbilanz für das Jahr 2020. „Die Corona-Krise ist eine Krise, die den Namen wirklich verdient. Aber die Reaktion der Unternehmen stärkt meinen Optimismus: Sie blicken nach vorne und gestalten sehr aktiv den Strukturwandel“, so Weymayr.

Von der Überlebenssicherung zur aktiven Zukunftsgestaltung: die Corona-Hilfen

Weite Teile des Mittelstands waren auf konjunkturelle Einbrüche gut vorbereitet. Mit einer Eigenkapitalquote von 31,8 % (Stand 2019) hat der breite Mittelstand in den letzten Jahren enorm an finanzieller Stabilität gewonnen (2009: 26,3 %). „Aber ein derartiger exogener Schock wie die Corona-Pandemie lässt sich in den unternehmerischen Planungen nicht abbilden. Für die Unternehmen besonders betroffener Branchen war der Einbruch schnell existenzgefährdend“, so Weymayr.

„Unsere Aufgabe war es zum einen, die Unternehmen und Bürger mit Sofortmaßnahmen zu unterstützen, zum anderen vorausschauend die Zukunftsperspektiven im Blick zu behalten. In der ersten Phase der Krise waren deshalb Tilgungsaussetzungen, Zuschüsse und das Bereitstellen von Fremdkapital die zentralen Instrumente zur Verhinderung einer Liquiditätskrise. Je länger die Krise andauert, desto wichtiger wird es für die Unternehmen, ihr Geschäftsmodell zu stabilisieren und zukunftsfest zu machen. Wir haben unsere Angebote entsprechend ausgerichtet. Neben der Stärkung des Eigenkapitals lag unser Augenmerk auf der Finanzierung innovativer Investitionsprojekte, damit die Unternehmen die Chancen eines kommenden Aufschwungs ausschöpfen können“, verdeutlichte Weymayr die im Laufe des Jahres 2020 veränderten Schwerpunkte der Corona-Hilfsprogramme.

Über alle Corona-Sonderprogramme des Landes Baden-Württemberg und des Bundes hinweg hat die LBank an mehr als 262.000 Unternehmen rund 2,8 Mrd. Euro ausgezahlt. „Wir haben die Menschen und Unternehmen im Land in der Corona-Krise kraftvoll und zielgerichtet unterstützt, dabei aber auch unsere anderen Förderaufgaben im Blick behalten, allen voran die Unterstützung des Mittelstandes,“ so Weymayr.

Mittelstand nimmt liquiditätssichernde Programme verstärkt in Anspruch

Die Wirtschaftsförderung der LBank begleitet den immer dynamischer werdenden Transformationsprozess der Wirtschaft mit passgenauen Finanzierungen. Über alle Programme der Mittelstandsförderung hinweg wurden im Jahr 2020 zinsgünstige Kredite mit einem Gesamtvolumen von 2,33 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,25 Mrd. Euro) an mehr als 5.100 Betriebe ausgereicht (Vorjahr: 8.000). Die Schaffung von ca. 5.800 neuen Arbeitsplätzen konnte so unterstützt und rund 303.000 Arbeitsplätze konnten gesichert werden. Volumenstärkstes Förderangebot ist mit 530 Mio. Euro weiterhin die Programmfamilie der Ressourceneffizienzfinanzierung, die einen großen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele von Land und Bund leistet.

Auch bei den bewährten Programmen der LBank zeigen sich die Auswirkungen der Krise: Die Nachfrage im Programm Liquiditätskredit und in der seit 01.06.2020 angebotenen Programmvariante Liquiditätskredit Plus ist hoch. Mit dem Liquiditätskredit Plus können beispielsweise eine Verlängerung des Zahlungsziels für Kunden, die Vorfinanzierung von Aufträgen oder die Umschuldung einer coronabedingten Inanspruchnahme des Kontokorrents finanziert und so aktuelle finanzielle Herausforderungen abgefedert werden.

„Die Nachfrage ist im Verlauf des Jahres kontinuierlich gestiegen und zeigt, dass auch nicht direkt vom Lockdown betroffene Unternehmen die Auswirkungen der Krise spüren“, so Weymayr. Aktuell nehmen 867 Unternehmen (Vorjahr: 225 Unternehmen) den Liquiditätskredit in seinen unterschiedlichen Varianten mit einem Gesamtvolumen von 268 Mio. Euro (Vorjahr: 43 Mio. Euro) in Anspruch. „Auch mit unseren Bürgschaften (109 Mio. Euro) haben wir die Unternehmen wirkungsvoll gestärkt“, betonte Weymayr. „Rückläufig waren dagegen die Investitionsprogramme, die vorrangig auf Ersatzinvestitionen ausgerichtet sind oder zur Kapazitätserhöhung dienen.“ Mit den Programmen Wachstumsfinanzierung und Investitionsfinanzierung haben fast 1.400 Unternehmen mit 595 Mio. Euro ihre Investitionen finanziert.

In der Krise gefragter denn je: Innovationen

„Umso erfreulicher ist es, dass die gesellschaftlichen Zukunftsthemen nicht vernachlässigt wurden: Der Klimawandel und die Transformation der Wirtschaft wurden von den Unternehmen weiter tatkräftig vorangetrieben. Die Entwicklung der Förderprogramme Ressourceneffizienzfinanzierung und Innovationsfinanzierung ist dafür ein Beleg und zeigt den langfristigen Optimismus der Unternehmen“, so Weymayr.

In vielen Unternehmen haben sich während der Corona-Pandemie die internen Abläufe sowie die Prozesse und die Interaktion mit den Kunden und Lieferanten schlagartig verändert. Die Digitalisierung eröffnet dabei ganz neue Möglichkeiten. Mit der Mitte Oktober neu gestarteten Digitalisierungsprämie Plus kann der Mittelstand mit einem Direktzuschuss oder einem Förderdarlehen der LBank mit Tilgungszuschuss bei der Digitalisierungsoffensive unterstützt werden.

Einen regelrechten Boom erlebte im letzten Jahr die Innovationsfinanzierung. Mit 898 bewilligten Anträgen und einem Darlehensvolumen von 444 Mio. Euro (2019: 277 Mio. Euro) war die Innovationsfinanzierung 4.0 ein echter Renner. „Marktgerechte Zinssätze und nach erfolgreicher Durchführung der Investitionen ein zusätzlicher Tilgungszuschuss von aktuell bis zu 5 % des Kreditbetrags machen das Darlehen besonders attraktiv“, erläuterte Weymayr.

Existenzgründungsförderung hält sich auf hohem Niveau

2.566 junge Unternehmen haben ein Produkt aus der Familie der Existenzgründungsfinanzierungen in Anspruch genommen – rund 50 mehr als im letzten Jahr. Dabei haben sich die Gewichte der Finanzierungsinstrumente etwas verschoben: Zuwächsen in der Startfinanzierung 80 (+ 20 %) und im Programm Pre-Seed (+ 108 %) steht ein Rückgang in der Gründungsfinanzierung (- 6 %) gegenüber. In Summe beträgt das in Anspruch genommene Finanzierungsvolumen 633 Mio. Euro.

„Die Existenzgründungsfinanzierung knüpft auch 2020 an die guten Ergebnisse der Vorjahre an. Dabei profitiert sie weniger von einer zunehmenden Nachfrage aus Notsituationen heraus, wie dies in Krisen der Vergangenheit häufiger zu beobachten war. Wir sehen, dass die Entscheidung für den Schritt in die Selbstständigkeit in Baden-Württemberg aktuell weiter frei von Sachzwängen erfolgt und durch den Willen vorangetrieben wird, etwas gestalten zu wollen. Auch im Jahr 2020 haben wir vor allem Chancengründungen finanziert“, verdeutlichte Weymayr.

„Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung unserer gemeinsam mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg angebotenen Startfinanzierung 80, die mit einem Volumen von 67,4 Mio. Euro einen neuen Höchststand erreicht hat und damit zeigt, dass der Gründergeist in der Breite lebt. Mit der Einführung der Meistergründungsprämie im Dezember 2020 geben wir hier zusätzliche Impulse.“ Zur Verdeutlichung der Entwicklung: Im Jahr 2009 lag das Finanzierungsvolumen der Startfinanzierung 80 bei 29,6 Mio. Euro.

Ausblick: Unternehmen müssen sich in schwierigem Fahrwasser bewähren

Die aktuelle zweite Corona-Welle stellt vieles auf „Anfang“. Der wirtschaftliche Erholungsprozess wurde in vielen Branchen durch die Folgen der aktuell wieder sehr hohen Infektionsdynamik beeinträchtigt. „Wir tun gut daran, uns noch auf einige Turbulenzen einzustellen“, so Weymayr. „Eine Insolvenzwelle wie im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 sehe ich jedoch nicht. Die vielfach beschworene Gefahr, dass wir durch Fördermaßnahmen Zombie-Unternehmen am Leben erhalten, ist beherrschbar.“

In den nächsten Jahren werden der Klimawandel und die fortschreitende Transformation der baden-württembergischen Wirtschaft noch stärker ins Blickfeld rücken. „Die digitale Transformation und die verschiedenen Facetten der Nachhaltigkeit sind die nächsten großen Aufgaben, die wir angehen müssen. Als Partner der Landesregierung wollen wir mit unseren Förderpartnern, allen voran mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg sowie der bewährten Zusammenarbeit mit den Hausbanken, dazu beitragen, den Wandel der Wirtschaft Baden-Württembergs zu einer neuen Erfolgsgeschichte zu machen“, blickt Weymayr voraus.

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