Halbjahresbilanz

Corona-Hilfsprogramme prägen die L-Bank-Wirtschaftsförderung auch im ersten Halbjahr 2021

Gesamtfördervolumen für die Wirtschaft mit 5,3 Mrd. Euro auf Rekordhoch | Unternehmen legen Schwerpunkt auf die Finanzierung von Innovation und Transformation | Gründungsförderung stemmt sich gegen Corona-Auswirkungen | Transformation der Wirtschaft bleibt zentrale Zukunftsaufgabe

Karlsruhe, 13.07.2021. Durch die Bearbeitung der Corona-Hilfsmaßnahmen (insbesondere der November- und Dezemberhilfen) lag das gesamte Fördervolumen in der Wirtschaftsförderung per 30.06.2021 mit 5,3 Mrd. Euro nochmals über dem Rekordniveau des Vorjahres (4,1 Mrd. Euro).  Einer weiter hohen Nachfrage bei den Hilfsprogrammen standen teilweise Rückgänge im Normalgeschäft gegenüber.

„Mit der Ausweitung der Corona-Hilfsprogramme und der Verlängerung von laufenden Unterstützungsmaßnahmen haben wir im ersten Halbjahr zur finanziellen Planungssicherheit bei den Unternehmen beigetragen und diese stabilisiert“, sagte Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands der L‑Bank, bei der Vorstellung der Wirtschaftsförderbilanz des ersten Halbjahrs 2021. „Die bisher weiter niedrigen Insolvenzquoten zeigen, dass es uns gelungen ist, die besonders betroffenen Solo-Selbständigen und die kleineren Unternehmen aufzufangen."

Bewältigung der Corona-Pandemie hat weiter einen hohen Stellenwert

In den Corona-Hilfsprogrammen wurden Zuschüsse in Höhe von 3,7 Mrd. Euro ausbezahlt. Dabei wurden im Laufe des ersten Halbjahrs der Adressatenkreis vom Bund und vom Land ausgeweitet und die Hilfsangebote gezielt an die Notwendigkeit bestimmter Branchen und Unternehmensgruppen angepasst. Die Bandbreite reicht von der Unterstützung von Kulturveranstaltungen (Programm Neustart Kultur) über die Unterstützung von Schaustellern und Marktkaufleuten, Angehörigen der Veranstaltungs- und Eventbranche, des Taxi- und Mietwagengewerbes sowie von Dienstleistungsunternehmen des Sports, der Unterhaltung und Erholung mit dem Tilgungszuschuss Corona II bis zu Härtefallfonds für Unternehmen, die bei den bisherigen und aktuellen Corona-Hilfen nicht antragsberechtigt waren.

Die Programme der Wirtschaftsförderung unterstützen die KMU bei der Ausschöpfung ihrer Potenziale

Von den insgesamt ausgereichten Finanzierungen in Höhe von 1,2 Mrd. Euro gingen 256 Mio. Euro an junge Unternehmen. Etablierte mittelständische Unternehmen erhielten Finanzierungen über 910 Mio. Euro; Landwirtschaftsbetriebe wurden mit Krediten in Höhe von 69 Mio. Euro unterstützt. Insgesamt planen die Unternehmen mit diesen Mitteln die Durchführung von Investitionen in Höhe von rund 1,9 Mrd. Euro. Hierdurch werden 145.000 Arbeitsplätze gesichert und der Aufbau von 4.200 neuen Stellen ermöglicht. Weitere 324 Mio. Euro kamen der Wirtschaft in Form von sonstigen Finanzhilfen des Landes zugute.

Verhaltene Nachfrage nach Ersatzinvestitionen – Innovation und Transformation weiter hoch im Kurs

Investitionsprogramme, die vorrangig auf Ersatzinvestitionen ausgerichtet sind oder zur Kapazitätserhöhung dienen wie die Programme Wachstumsfinanzierung und Investitionsfinanzierung, waren besonders stark von der pandemiebedingten Unsicherheit betroffen. Der Rückgang auf in Summe 187 Mio. Euro (Vorjahr 416 Mio. Euro) verdeutlicht die Investitionszurückhaltung der KMU. Hingegen wurden Zukunftsinvestitionen weiter vorangetrieben. Die Programme Ressourceneffizienzfinanzierung und Innovationsfinanzierung, die die Transformation der baden-württembergischen Wirtschaft unterstützen, waren weiter gut nachgefragt. In Summe haben die Unternehmen im Land für diese Förderzwecke wie im Vorjahr rund 496 Mio. Euro nachgefragt.

Corona-Hilfen gehen über die Überlebenssicherung hinaus

Einen Schub erlebt aktuell das Thema Digitalisierung. Die Mitte Oktober letzten Jahres erfolgte Wiederaufnahme des im Rahmen der Corona-Hilfen neu ausgestalteten Programms Digitalisierungsprämie Plus führte zu einem Nachfrageboom: In den ersten sechs Monaten haben 950 Unternehmen mit 48 Mio. Euro bei der Darlehensvariante zugegriffen. „Zusammen mit der Zuschussvariante machten fast 6.000 Unternehmen den nächsten Digitalisierungsschritt! Dies zeigt, dass die kleinen und mittleren Unternehmen die Chance der Digitalisierung erkannt haben und die Digitalisierung in den Alltagsprozessen der Unternehmen angekommen ist. Nachdem sich die positiven konjunkturellen Signale zuletzt wieder häufen, dürfte sich auch die Investitionszurückhaltung insgesamt lösen und die notwendige Transformation der Wirtschaft noch stärker Fahrt aufnehmen“, erwartet Weymayr.

Intensiv nachgefragt wurde auch das Programm Tourismusfinanzierung Plus. Das bestehende Programm wurde im Rahmen der Corona-Hilfen mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 25 Prozent ergänzt. So wurde den Hotel- und Gaststättenbetrieben seit 01.02.2021 ein zusätzlicher Investitionsanreiz für Modernisierungsmaßnahmen geboten. „Die Tourismusbranche hat die Chance zur Verbesserung ihrer Startchancen beim wieder anlaufenden Tourismus genutzt: Im Programm Tourismusfinanzierung Plus wurden 54,1 Mio. Euro zugesagt. Die zusätzlichen Fördermittel für den Tilgungszuschuss sind aktuell aufgrund der hohen Nachfrage ausgeschöpft. Wir engagieren uns jedoch für eine Fortsetzung des Programms im zweiten Halbjahr 2021,“ sagte Weymayr.

Gründungsförderung stemmt sich gegen Corona-Auswirkungen

In der Existenzgründungsfinanzierung hat sich der Nachfrageschwerpunkt verlagert. Während im ersten Halbjahr 2020 noch viele größere Gründungen und Übernahmen finanziert worden sind, haben dieses Jahr die Gründungen mit kleinerem Finanzierungsbedarf an Bedeutung gewonnen. Der Zulauf zur Startfinanzierung 80 stieg deutlich – rund 480 Gründungen (Vorjahr 425 Gründungen) nahmen insgesamt 40 Mio. Euro (Vorjahr 30 Mio. Euro) in Anspruch. Die Gründungsfinanzierung für Vorhaben mit größerem Finanzierungsvolumen verzeichnete dagegen einen Rückgang auf 216 Mio. Euro (Vorjahr 301 Mio. Euro). „Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, das Thema Gründung in unserer Gesellschaft positiv zu verankern. Mit dem Landespreis für junge Unternehmen – dessen Preisverleihung am 15.07.2021 stattfindet – setzen wir hier gemeinsam mit der Landesregierung seit vielen Jahren ein starkes Signal“, sagte Weymayr. „Die Zahlen dürften aber auch durch die Pandemie beeinflusst sein. Gerade bei den Nachfolgen und Übernahmen wurden teilweise weit fortgeschrittene Vorhaben aufgrund der Pandemie zurückgestellt. Hier können wir in den kommenden Jahren Nachholeffekte erwarten.“

Transformation der Wirtschaft bleibt zentrale Zukunftsaufgabe

„Der Optimismus hat bei den Unternehmen wieder Oberhand. Unsere L‑Bank-ifoInstitut für Wirtschaftsforschung-Konjunkturumfrage vermeldet eine fast schon euphorische Stimmungslage. Und die Konjunkturforscher erwarten ja auch eine deutliche Wachstumssteigerung des Sozialprodukts“, so Weymayr. „Wir wollen diese Entwicklung im bankdurchgeleiteten Fördergeschäft stärken und haben gemeinsam mit der KfWKreditanstalt für Wiederaufbau und unseren Bankpartnern die Voraussetzungen für die Weitergabe von negativen Bankeneinstandssätzen geschaffen. Seit dem 01.07.2021 haben wir so in allen Programmen mehr Spielraum für deutlich niedrigere Zinssätze und können die Transformation der Wirtschaft zukünftig noch besser unterstützen.“ Dazu trägt auch die gemeinsam mit der KfW realisierte Umstellung der Energieeffizienzförderung bei. Zum 01.07.2021 wurden die bereits bestehenden Landesprogramme zur Förderung der energetischen Sanierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden in Baden-Württemberg abgelöst. Mit dem neueingeführten Kombi-Darlehen Wohnen mit Klimaprämie können Eigentümerinnen und Eigentümer die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEGBundesförderung für effiziente Gebäude-Förderung Wohngebäude) bei ambitionierten Sanierungen aufstocken. Das Kombi-Darlehen Mittelstand mit der neuen Klimaprämie des Landes soll Unternehmen zu einer möglichst anspruchsvollen Gebäudesanierung motivieren. Darüber hinaus gibt es attraktive Anreize für Unternehmen, ambitionierte Neubauvorhaben umzusetzen.

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  • Presseinformation: Corona-Hilfsprogramme prägen die L-Bank-Wirtschaftsförderung auch im ersten Halbjahr 2021

    Eingestellt am 13.07.2021
    Gültig ab 13.07.2021