Jahresergebnis 2021

Jahresbilanz 2021: L-Bank fördert die Unternehmen und Menschen in Baden-Württemberg mit mehr als 15 Milliarden Euro

•    Corona-Pandemie: Volumen der Corona-Hilfen hat sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt.
•    Wirtschaft: Förderschwerpunkte Innovation, Digitalisierung und Existenzgründung legen die Basis für den zukünftigen Erfolg.
•    Existenzgründungsförderung so hoch wie noch nie
•    Wohnraum: Finanzierungsvolumen in der sozialen Mietwohnraumförderung auf Rekordniveau.

Karlsruhe, 27.04.2022. Die LBank hat im Jahr 2021 Fördermittel in Höhe von 15,2 Mrd. Euro vergeben, 26 % mehr als im Vorjahr (2020: 12,0 Mrd. Euro). Vor allem die zusätzlichen Corona-Hilfsprogramme führten dazu, dass die LBank im Jahr 2021 noch stärker als im Vorjahr gefragt und gefordert war. Die ausgezahlte Summe der Corona-Hilfen betrug insgesamt 6,4 Mrd. Euro (2020: 2,7 Mrd. Euro). Mehr als 550.000 baden-württembergische Unternehmen haben damit seit Beginn der Pandemie Unterstützungsleistungen beantragt.

Aufgrund der Corona-Hilfsprogramme hat die L-Bank das Rekord-Fördervolumen des Vorjahres noch einmal deutlich übertroffen.

Die LBank war, wie bereits im ersten Pandemiejahr 2020, auch im Jahr 2021 umfassend in die Bearbeitung der Hilfsprogramme zum Ausgleich der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie eingebunden. Mit den an die Bedürfnisse der Unternehmen angepassten Unterstützungsangeboten konnten die wirtschaftlichen Pandemie-Folgen und die bremsenden Lieferengpässe in hohem Maße aufgefangen werden. Die baden-württembergischen Unternehmen sind im Großen und Ganzen gut durch die Corona-Krise gekommen, so Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands der LBank, bei der Vorstellung der Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2021. Dabei war die LBank durch das zusätzliche Antragsaufkommen von weit über einer halben Million durch die Corona-Sonderprogramme enorm gefordert.

Auch in den originären Förderprogrammen war die Nachfrage hoch. Die Finanzierungszusagen in der Wirtschafts- und Wohnraumförderung konnten mit 4,8 Mrd. Euro auf hohem Niveau gehalten werden (Vorjahr 5,0 Mrd. Euro). Eine wichtige Voraussetzung hierfür war die erfolgreiche Anpassung an das anhaltende Niedrigzinsumfeld. Nachdem bereits Anfang 2021 negative Zinsen im programmbasierten kommunalen Direktgeschäft ermöglicht wurden, sind seit Juli auch die Voraussetzungen für negative Bankeneinstände im Hausbankenverfahren geschaffen. „Dadurch gewannen die bankdurchgeleiteten LBankFörderprogramme der gewerblichen Wirtschaftsförderung, der Landwirtschaftsförderung und des Wohnungsbaus deutlich an konditioneller Attraktivität, sodass die Nachfragezurückhaltung des ersten Halbjahrs überwunden werden konnte. Im zweiten Halbjahr war dann eine deutliche Nachfragesteigerung zu verzeichnen“, betonte Weymayr und verdeutlichte weiter: „Dabei konnten wir uns auch dieses Jahr wieder auf unsere Finanzierungspartner vor Ort, die Volksbanken, Sparkassen und Geschäftsbanken, verlassen. Wir schätzen die enge Zusammenarbeit mit allen Instituten und die über die Jahre gewachsene Partnerschaft sehr. Nur durch das hohe gemeinsame Engagement und eine starke Verzahnung der Förderangebote mit den Finanzierungsangeboten der Finanzbranche erreichen wir Jahr für Jahr die für Baden-Württemberg so wichtige Breitenwirkung. Hinzu kommt die seit vielen Jahren vertrauensvolle und verlässliche Kooperation mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg, sodass wir auch für die anstehenden Herausforderungen strukturell schlagkräftig aufgestellt und gut gerüstet sind.“

L-Bank-Förderung unterstützt 12 Ziele für Nachhaltige Entwicklung mit 5,1 Mrd. Euro.

Erstmalig hat die L-Bank eine Analyse ihrer Förderwirkung auf Basis der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen durchgeführt. Diese definieren einen weltweit einheitlichen Maßstab für Prioritäten und Ziele einer nachhaltigen Entwicklung bis 2030, zu denen sich auch die Landesregierung Baden-Württembergs bekannt hat. Die SDG-Analyse ist Teil des ganzheitlichen Wirkungsmanagements, dem sich die LBank als Entwicklungsziel in ihrer Geschäftsstrategie verschrieben hat. Grundlage sind von den Vereinten Nationen vorgegebene Indikatoren, welche den Stand und die Entwicklung der einzelnen Ziele messen. Begonnen wurde mit einer SDG-Analyse des kreditfinanzierten Fördergeschäfts. Anhand des Verwendungszwecks und unter Berücksichtigung der Programm- bzw. Produktbeschreibung wurde deren Wirkung systematisch den SDGs zugeordnet. Die Finanzhilfen und Zuschussprogramme werden in der nächsten Ausbaustufe in die SDG-Analyse und -Berichterstattung mit aufgenommen werden. Für eine regionale Förderbank mit breit angelegter wirtschafts- und wohnraumförderpolitischer Ausrichtung ist erwartungsgemäß der Beitrag zu SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) mit gut 26 % und SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) mit mehr als 22 % der kreditfinanzierten LBankFörderleistung besonders hoch.

Wirtschaftsförderung: Die doppelte Transformation zu mehr Digitalisierung und Nachhaltigkeit gibt förderpolitisch Takt und Richtung vor.

Insgesamt erhielten rund 7.500 Unternehmen (Vorjahr: 7.200) Fördermittel in den Programmen der Gründungs-, Mittelstands- und Landwirtschaftsförderung. Mit den Förderkrediten wurden 265.000 Arbeitsplätze gesichert und 8.500 Stellen neu geschaffen. Berücksichtigt man die zusätzliche kompensierende Wirkung der umfassenden Corona-Hilfsprogramme, so ist das erzielte Fördervolumen in Höhe von 2,6 Mrd. Euro (Vorjahr 3,1 Mrd. Euro) ein erneut gutes Ergebnis.

Förderdarlehen der L-Bank-Wirtschaftsförderung besitzen enorme Hebeleffekte und erzielen dadurch eine bedeutsame gesamtwirtschaftliche Breitenwirkung.

Erstmals bestimmte die L‑Bank mithilfe des Wertschöpfungsmodells der österreichischen Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) den Wertschöpfungsbeitrag eines Teils ihrer Förderung. Im Förderfeld Wirtschaft wurden im abgelaufenen Jahr Fördermittel in Höhe von 32,5 Mio. Euro aus dem Förderbeitrag der L‑Bank eingesetzt. Mit dem eingesetzten Förderbeitrag, der als Mittel zur Anreizsteuerung bei Förderdarlehen eingesetzt wurde, sind Investitionen in den geförderten Unternehmen in Höhe von 7,7 Mrd. Euro ausgelöst worden, die wiederum einen Beitrag von 9,3 Mrd. Euro zum deutschen Bruttoinlandsprodukt geleistet haben. 5,7 Mrd. Euro entfielen davon auf das Bruttoregionalprodukt Baden-Württembergs. „Dies verdeutlicht den enormen Hebeleffekt und die Breitenwirkung, die durch die Darlehensförderung mit Subventionsmitteln erzielt werden“, erklärte Weymayr.

Trotz pandemiebedingt geringerer Investitionsbereitschaft stieg die Fördernachfrage des Mittelstands im wichtigen Feld der Innovation und Transformation.

Über alle Programme der Mittelstandsförderung hinweg wurden im Jahr 2021 zinsgünstige Kredite im Gesamtvolumen von 1,9 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,3 Mrd. Euro) an 4.800 Betriebe ausgereicht (Vorjahr: 4.600). Die Schaffung von 4.850 neuen Stellen im Mittelstand konnte so unterstützt und rund 242.000 Arbeitsplätze konnten gesichert werden.

„Die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung wird aufgrund der vielen sich gegenseitig beeinflussenden Schnittstellen bereits als ‚Twin-Transition‘ oder ‚Twin-Transformation‘ bezeichnet. Besonders hoch ist die Bedeutung der Digitalisierung für den Klimaschutz in den energieintensiven Branchen wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau oder den Prozessindustrien. Aber auch in anderen Branchen gehen die Digitalisierung und der Umstieg auf nachhaltigere Formen des Wirtschaftens Hand in Hand. Die doppelte Transformation eröffnet für ein innovationsführendes Land wie Baden-Württemberg große Chancen“, erläuterte Weymayr. „Daran setzen wir mit der Innovationsfinanzierung, der Digitalisierungsprämie und dem Kombi‑Darlehen Mittelstand mit Klimaprämie an. Innovationen, besonders der Einsatz digitaler Technologien, sind wichtig für die Entwicklung und den Betrieb nachhaltiger Geschäftsmodelle – mit der gleichzeitigen Förderung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit beschleunigen wir den Wandel besonders effektiv“, sagte Weymayr.

Den gesellschaftlichen Zukunftsthemen für die Transformation der baden-württembergischen Wirtschaft konnte – trotz der Belastung durch die Corona-Hilfsprogramme sowie der strukturellen Programmneuausrichtungen zur Jahresmitte 2021 – mit rund 839 Mio. Euro (Vorjahr: 992 Mio. Euro) ein erneut starker Impuls gegeben werden. Nicht nur die Entwicklung der Innovationsfinanzierung 4.0 ist mit einem Volumen von 470 Mio. Euro (Vorjahr: 443 Mio. Euro) sehr erfreulich, auch die Digitalisierungsprämie Plus boomt. Die Digitalisierungsprämie Plus unterstützt den Mittelstand mit einem Direktzuschuss oder einem Förderdarlehen mit Tilgungszuschuss. Unterstützt wird die Digitalisierung von Produktion, Prozessen, Produkten und Dienstleistungen sowie bei Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Mehr als 8.700 Unternehmen haben mit den verschiedenen Varianten der Digitalisierungsprämie Plus im vergangenen Jahr den nächsten Digitalisierungsschritt vollzogen.

Das Kombi-Darlehen Mittelstand mit Klimaprämie löste zum 01.07.2021 das Förderprogramm Ressourceneffizienzfinanzierung ab. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können für ihre Vorhaben, die auch in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG-Nichtwohngebäude oder BEG-Einzelmaßnahmen) gefördert wurden, zusätzlich eine Klimaprämie erhalten. Die Klimaprämie wird als Tilgungszuschuss für das durch die L‑Bank ausgereichte Kombi-Darlehen Mittelstand gutgeschrieben. Auch im Bundesvergleich konnten damit die Investitionen in energieeffiziente Betriebsgebäude oder Gebäudetechnik in Baden-Württemberg durch die L‑Bank weiterhin sehr attraktiv unterstützt werden.

Historische Rekordmarke in der Existenzgründungsförderung zeigt den unternehmerischen Mut in Baden-Württemberg und die Passgenauigkeit der Förderangebote.

In den Existenzgründungsfinanzierungen wurden 2.724 junge Unternehmen begleitet (Vorjahr: 2.566). Dabei erreichte das Finanzierungsvolumen Startfinanzierung 80 im letzten Jahr mit 80,6 Mio. Euro ein neues Rekordergebnis (Vorjahr: 67,4 Mio. Euro). Auch die Programme Gründungsfinanzierung (2021: 588,4 Mio. Euro, Vorjahr: 539,2 Mio. Euro) und Pre-Seed (2021: 20,8 Mio. Euro, Vorjahr: 26,3 Mio. Euro) waren gut nachgefragt. In Summe betrug das ausgereichte Fördervolumen 689,8 Mio. Euro und übertraf damit das bisherige Rekordjahr 2017 (659,7 Mio. Euro). „Dieses hervorragende Ergebnis der Existenzgründungsförderung haben wir zum Anlass genommen, die Vielfalt des jungen Unternehmertums in unserem digitalen Geschäftsbericht zu präsentieren. Die Preisträger des Landespreises für junge Unternehmen der letzten Jahre zeigen, was mit Fantasie, Initiative und Mut erreichbar ist – auch in der aktuell laufenden 14. Wettbewerbsrunde sind wieder ganz besondere Persönlichkeiten unter den Bewerberinnen und Bewerbern. Mit insgesamt 90.000 Euro ist der Landespreis einer der höchstdotierten und renommiertesten Unternehmenspreise in Deutschland“, betonte Weymayr. „Im Rahmen unserer Förderung decken wir die Vielfalt des Unternehmertums ab. So haben wir in Baden-Württemberg mit der Meistergründungsprämie seit Dezember 2020 ein Instrument, das Gründerinnen und Gründern in Handwerksberufen den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern soll. Mit Erfolg: Im letzten Jahr wurde rund 100 Jungmeisterinnen und Jungmeistern eine Meistergründungsprämie bewilligt.“

Neue Akzente in der Förderung durch Beteiligungsfinanzierung stärken den erfolgreichen Weg.

Ein passgenaues und starkes Angebot an Eigenkapitalinstrumenten ist für die Innovations- und Erneuerungsprozesse in Baden-Württemberg wichtig. In Baden-Württemberg stehen den Unternehmen in diesem Umfeld diverse Anbieter und Dienstleister zur Verfügung. Diese unterscheiden sich durch Spezialisierungen auf einzelne Phasen der Unternehmensentwicklung, der Fokussierung auf einzelne Branchen oder auch durch eine gezielte regionale Ausrichtung. „Als Förderbank wollen wir die bestehenden Angebote ergänzen und dazu beitragen, dass zusätzliches privates Kapital für den Beteiligungsmarkt aktiviert werden kann. Bei unseren Fondsbeteiligungen treten wir deshalb bewusst als Minderheitsgesellschafterin auf. Unsere Rolle ist die einer vertrauensbildenden Ankerinvestorin“, sagte Weymayr. Der Fonds LEA Mittelstandspartner (LEA MP I) mit einem Fondsvolumen von 200 Mio. Euro ist voll ausinvestiert. Ein Nachfolgefonds (LEA MP II) mit einem Zielvolumen von 300 Mio. Euro wurde im vergangenen Jahr aufgesetzt. Das First Closing über rund 100 Mio. Euro erfolgte im August 2021, die ersten beiden Investments wurden bereits getätigt. Der LEA Venturepartner mit einem Fondsvolumen von 60 Mio. Euro ist als VC-Investor auf den B2B-Software- und Tech-Bereich ausgerichtet. Er hat seit der Gründung erfolgreich in zwölf Unternehmen investiert. Ein Nachfolgevehikel ist bereits in Planung. „Wir haben durch unsere Fondsaktivitäten im Beteiligungsbereich bereits in 2021 gezielt Signale gesetzt, etwa durch unser Commitment von bis zu 50 Mio. Euro in den LEA MP II. Wir planen weitere Aktivitäten auch für dieses Jahr, um dem für die Transformation der Wirtschaft immer wichtiger werdenden Markt für Beteiligungsfinanzierung in Baden-Württemberg weiterhin Entwicklungsimpulse zu geben“, sagte Weymayr.

Das Programm Start-up BW Pre-Seed setzt bereits zuvor an. In diesem Programm zur Frühphasenfinanzierung für innovative Gründungsvorhaben wurden 127 aussichtsreiche Projekte mit einem Gesamtvolumen von 20,8 Mio. Euro auf dem Weg zur Finanzierungsreife unterstützt. Neben der finanziellen Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg werden Pre-Seed-Start-ups bei der Arbeit an ihren Geschäftsmodellen und beim Aufbau ihrer Unternehmen durch die regionalen Start-up BW Pre-Seed-Partner betreut.

Wohnraumförderung: Bezahlbar, energieeffizient und generationenorientiert – der Dreiklang der Wohnraumförderung

In Baden-Württemberg treibt die Wohnraumknappheit die Preise in die Höhe und macht nicht nur in den Ballungsräumen oder in den Universitätsstädten Wohnraum für junge Familien und sozial Schwächere unbezahlbar. „Wir müssen deshalb mit Nachdruck weiter unser Ziel verfolgen, das Angebot an bedarfsgerechtem, preisgünstigem und energieeffizientem Wohnraum sowohl für Eigenheime als auch auf dem Mietmarkt zu erhöhen. Dabei ist nicht nur die Ausweitung des Wohnraumangebots und eine Verbesserung der Wohnqualität wichtig, durch die Zunahme der Arbeit im Homeoffice steigen auch die Anforderungen an die Variabilität des Wohnraums. Und nicht zuletzt muss auch die Klimabilanz des Wohnens immer weiter verbessert werden. Mehr als ein Drittel der gesamten Energie in Deutschland wird in Gebäuden verbraucht“, hob Weymayr hervor.

Wohnraumförderung 2021: Positiver Nachfragetrend in der Landeswohnraumförderung bringt ein starkes Gesamtergebnis.

In der Wohnraumförderung konnten das Fördervolumen auf 2,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,0 Mrd. Euro) gesteigert und mehr als 16.500 Wohneinheiten erstellt oder bedarfsgerecht saniert werden. Dabei leiten die Aktivitäten der L‑Bank drei grundlegende Bedürfnisse: Bezahlbarkeit für Familien, Klimaschutz und Generationengerechtigkeit. „Unsere Aufgabe ist es, den freien Wohnungsmarkt zu ergänzen. Die Förderdarlehen sind auf die Umsetzung sozialer, ökologischer oder demografischer Ziele zugeschnitten, die von Geschäftsbanken in freien Finanzierungen aufgrund bestehender wirtschaftlicher Zwänge nicht flächendeckend und dauerhaft sichergestellt werden können“, erläuterte Weymayr. Das zentrale wohnungsbaupolitische Förderinstrument dazu ist das Landeswohnraumförderungsprogramm, in dem die L‑Bank als Direktfinanzierer der Wohnungswirtschaft und den Privathaushalten zur Seite steht. Die Landeswohnraumförderung bedient dabei Bedarfe der Mietwohnraumförderung und der Eigenheimförderung. Im Förderwerkzeugkasten der L‑Bank wird die Landeswohnraumförderung durch ergänzende Wohnraumförderprogramme flankiert, in denen die L‑Bank mit den Hausbanken Baden-Württembergs zusammenarbeitet. Wohnen mit Kind und Klimaprämie Wohnen sind hierunter die beiden zentralen Förderprogramme.

Wohneigentumsförderung liefert einen stabilen Beitrag zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes für junge Familien.

Selbst genutztes Wohneigentum ist eine wichtige Säule des Wohnungsmarktes und adressiert neben dem Wohnbedürfnis auch die Vermögensbildung junger Familien. Besonders Familien mit Kindern wurde der Weg in die eigenen vier Wände erleichtert oder Modernisierungsprojekte ermöglicht. Mit einem Fördervolumen von 1,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,2 Mrd. Euro) hat sich die Förderung des selbstgenutzten Wohneigentums auf einem guten Niveau gehalten.

Mit der WEG-Förderung der L‑Bank kann der Wohngebäudebestand in Baden-Württemberg energetisch modernisiert und die altersgerechte Nutzung der Immobilien verbessert werden. Durch die Umstellung der Landeswohnraumförderung zum Juli 2021 infolge der bundesweiten Einführung der Bundesförderung Energieeffiziente Gebäude (BEG) mussten vielfach Maßnahmenbeschlüsse von Wohnungseigentümergemeinschaften angepasst werden. Hieraus entstanden Verzögerungen bei der Antragstellung sowie Bewilligung. Die Vorjahreszahlen (25,8 Mio. Euro) wurden deshalb mit 19,6 Mio. Euro nicht erreicht.

Rekordniveau in der Mietwohnraumförderung stärkt Trendumkehr bei sozialgebundenem Wohnraum.

Die Sicherstellung eines Zugangs zu angemessenem Wohnraum ist ein Grundpfeiler unseres Sozialstaates. Haushalten, die sich nicht aus eigener Kraft mit angemessenem Wohnraum versorgen können, eröffnet die soziale Mietwohnraumförderung eine Perspektive. Die Förderung hilft ihnen indirekt: Sie richtet sich an Investorinnen und Investoren, die bereit sind, Mietwohnraum Haushalten mit geringem Einkommen zu überlassen. Als Gegenleistung für die Fördergelder übernehmen die Empfängerinnen und Empfänger Pflichten, insbesondere Belegungs- und Mietbindungen. Mitte letzten Jahres wurde die neue Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) eingeführt. Die in diesem Zusammenhang erfolgte Umstellung der Förderung – seit dem 01.07.2021 können Darlehen und Zuschüsse aus der sozialen Mietwohnraumförderung des Landes mit Programmen des Bundes kumuliert werden – trug zu der sehr erfreulichen Erhöhung des Bewilligungsvolumens bei. Das Fördervolumen in der Mietwohnraumförderung stieg auf 1,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 770 Mio. Euro). Damit konnten im Jahr 2021 Förderungen zur Errichtung von rund 2.770 neuer Sozialmietwohnungen genehmigt werden. Dies sind 27 % mehr als im Vorjahr (2.180 Wohneinheiten). „Im letzten Jahr wurde ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Ziel gemacht, den Rückgang der Zahl von sozial gebundenen Wohnungen im Land zu stoppen“, kommentierte Weymayr. Gemäß der von der Wohnraum-Allianz 2017 in Auftrag gegebenen Wohnraumbedarfsprognose für Baden-Württemberg durch das Prognos-Institut, die weiterhin als Richtschnur für die wohnungsbaupolitischen Bestrebungen der Landesregierung fungiert, benötigt Baden-Württemberg jährlich mind. 1.500 „neue“ sozial gebundene Wohneinheiten, um den durch Auslaufen von Belegbindungen bedingten Rückgang im Bestand von sozialgebundenen Mietwohnungen entgegenzuwirken. Die bereits im Jahr 2017 eingeleitete Trendumkehr in der sozialen Mietwohnraumförderung kann damit auch 2021 erfolgreich fortgesetzt werden.

Bei Zuschüsse in Finanzhilfen und Elterngeld bleibt die L-Bank stark nachgefragter und verlässlicher Dienstleister des Landes.

Familie, Bildung und sozialer Ausgleich sind traditionell die Schwerpunktthemen der weit über 100 Zuschuss-Förderprogramme. Die L‑Bank agiert hier als leistungsstarker und effizienter Verwaltungs- und Finanzdienstleister für das Land Baden-Württemberg. In Summe wurden mehr als 210.000 Anträge bearbeitet. Das gesamte Zusagevolumen an Finanzhilfen (ohne die Corona-Hilfen) erreichte 2021 rund 3,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,7 Mrd. Euro).

Die Vielfalt der Finanzhilfen ist groß. Dazu gehören kleinvolumige Programme wie die Hausaufgabenhilfe oder die Förderung der praxisintegrierten Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern und sozialpädagogischen Assistentinnen und Assistenten ebenso wie volumenstarke Programme wie das Programm zur Schulbauförderung (245 Mio. Euro, Vorjahr: 69 Mio. Euro) oder die Krankenhausförderung (1,1 Mrd. Euro, Vorjahr: 1,6 Mrd. Euro).

Eine Sonderstellung nimmt weiterhin das Elterngeld ein. Bei der L‑Bank gingen im Jahr 2021 mehr als 160.000 Elterngeldanträge und damit rund 3,8 % mehr als im Vorjahr ein. Mit einem Fördervolumen von 1,07 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,09 Mrd. Euro) wurde das Vorjahr nahezu erreicht. Die Antragstellung im Elterngeld erfolgt dabei immer mehr digital. Während 2020 die Online-Quote bei der Antragstellung bei knapp 54 % lag, wurden zuletzt Monatswerte von rund zwei Drittel an Online-Anträgen erreicht (2021 insgesamt 62 %). „Mehr als 100.000 Online-Anträge sind eindrucksvolle Belege für den Erfolg des baden-württembergischen Digitalisierungsweges über das zentrale Bürger-Service-Portal service-bw. Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird Eltern nicht nur eine leichtere, kundenfreundlichere Zugangsmöglichkeit zum Elterngeld geboten, sondern auch die Effizienz in der Bearbeitung erhöht“, sagte Weymayr.

Betriebsergebnis 2021: Stabile Ertrags- und Vermögenslage sichern finanzielle Handlungsfähigkeit.

„Die L‑Bank konnte im abgelaufenen Jahr 2021 an die stabile Ertragslage der vergangenen Jahre anknüpfen. Dabei schlägt sich die umfangreiche Bearbeitung der Corona-Hilfen in verschiedenen Finanzpositionen nieder“, ordnete Dr. Iris Reinelt, Mitglied des Vorstands der L‑Bank, die betriebswirtschaftliche Entwicklung der L‑Bank im Jahr 2021 ein.

Der Zinsüberschuss, der unverändert die wichtigste Ertragsquelle der L‑Bank darstellt, war im Jahr 2021 mit 254,8 Mio. Euro erwartungsgemäß leicht rückläufig (Vorjahr: 263,2 Mio. Euro). „Ursächlich für diesen Rückgang im Zinsüberschuss ist im Wesentlichen das mit der expansiven Geldpolitik der EZB verbundene Niedrigzinsniveau. Der deutlich höhere Provisionsüberschuss ist insbesondere auf die Kostenerstattungen zurückzuführen, die die Bank für die Bearbeitung der Corona-Hilfen erhält“, kommentierte Reinelt die Ergebnisentwicklung.

Die Verwaltungsaufwendungen, die neben dem Personal- und Sachaufwand die Abschreibungen auf Sachanlagen umfassen, sind gegenüber dem Vorjahr um 22,7 % auf 229,6 Mio. Euro (Vorjahr: 187,1 Mio. Euro) gestiegen. „Insbesondere durch die Bearbeitung der Corona-Hilfsprogramme stiegen auch im Jahr 2021 die Personal- und Sachaufwendungen der Bank. Hier ist insbesondere der Einsatz von Dienstleitern für die Unterstützung bei der Bearbeitung der Zuschüsse zu nennen, der sich im Sachaufwand niederschlägt. Die Bearbeitung der Pandemie-Programme – auch derjenigen, die für Neuanträge bereits längst geschlossenen sind – wird für uns in der L‑Bank durch diverse Nacharbeiten für ein weiterhin hohes Arbeitspensum sorgen und sich so sowohl in unseren Aufwendungen als auch in unseren Erträgen niederschlagen“, sagte Reinelt.

Unter Berücksichtigung von sonstigen Erträgen und Aufwendungen betrug das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertungen 133,6 Mio. Euro (Vorjahr: 139,8 Mio. Euro).

Das Bewertungsergebnis stellte sich mit 24,2 Mio. Euro (Vorjahr: -8,8 Mio. Euro) besser als erwartet dar. Dieses Ergebnis beinhaltet wie im Vorjahr Erträge aus Beteiligungen und wie im Vorjahr traten auch 2021 nur geringe Kreditrisiken auf. Das Ergebnis des Jahres 2020 war geprägt von Pauschalwertberichtigungen für mögliche coronabedingte Risiken. Diese Wertberichtigungen wurden bis dato noch nicht benötigt, werden aber wegen der anhaltenden Pandemie beibehalten. „Das verteilungsfähige Ergebnis der L‑Bank belief sich hiernach auf 157,3 Mio. Euro (Vorjahr: 130,4 Mio. Euro)“, sagte Reinelt.

Aus dem Jahresergebnis 2021 wurden wie in den Vorjahren 80,0 Mio. Euro in den Förderfonds für Förderbeiträge der Folgejahre eingestellt. Diese stellen die finanzielle Förderfähigkeit der L‑Bank aus eigener Kraft sicher und ergänzen den Einsatz von Bundes- und Landessubventionen in der Förderung Jahr für Jahr.

Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken wurden 40,0 Mio. Euro zugeführt. Der resultierende Jahresüberschuss belief sich auf insgesamt 37,3 Mio. Euro (Vorjahr: 50,4 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr ergab sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 38,7 Mio. Euro. Hiervon wurden 38,0 Mio. Euro zur Erhöhung der Kernkapitalquote in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt und 0,7 Mio. Euro auf neue Rechnung vorgetragen.

Die Bilanzsumme der Bank belief sich auf 89,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 86,8 Mrd. Euro). „Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Mrd. Euro angestiegen. Dieser Anstieg geht auf eine Zunahme an kurzfristigen Verbindlichkeiten zurück. Fällige Wertpapiere und Termingeldanlagen hat die L‑Bank bei der Deutschen Bundesbank angelegt“, kommentierte Reinelt.

Die Kernkapitalquote lag zum 31.12.2021 bei leicht verbesserten 20,99 Prozent (Vorjahr 20,39 Prozent) und damit erneut über der strategischen Zielmarke von 20 Prozent. „Alle relevanten Kapitalkennziffern liegen damit deutlich über den aufsichtlich geforderten Kennziffern“, erläuterte Reinelt.

 

Ausblick

Nach einem turbulenten und guten Jahresauftakt im Fördergeschäft belastet der Ukraine-Krieg die Wirtschaft immer stärker und treibt die Unsicherheit.

Das Wirtschaftsfördergeschäft erlebte einen fulminanten Jahresbeginn. Die Bewilligungsvolumina im ersten Quartal 2022 waren sowohl in der Mittelstands- als auch in der Gründungsförderung mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Ursächlich sind neben der durch die Einführung negativer Zinsen gegenüber den Hausbanken gestiegenen konditionellen Attraktivität der Förderprodukte auch das vorzeitige und plötzliche Auslaufen der Bundesförderung Effizienter Gebäude (BEG) zum 24.01.2022.

Hinzu kommt eine erfreulich starke Nachfrage in der Innovationsfinanzierung 4.0. Weitere Impulse kommen aktuell von der am 01.03.2022 eingeführten Restart-Prämie. „Mit der Restart-Prämie können kleine und mittlere Unternehmen, die besonders von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie betroffen sind, ihren Neustart ankurbeln. Indem wir durch einen zusätzlichen Tilgungszuschuss in Höhe von 10 % das wirtschaftliche Eigenkapital stärken, erleichtern wir den Finanzierungs- und Kreditzugang für die von der Pandemie betroffenen Branchen. In Kombination mit den vielfältigen bisherigen Unterstützungsmaßnahmen ist dies ein wichtiger, zusätzlicher Förderimpuls auf dem Weg zu einer wirtschaftlichen Normalität“, betonte Weymayr. „Im Laufe des Jahres 2022 werden wir unsere Förderangebote mit Impulsen für eine nachhaltige, klimaschützende Transformation gezielt ergänzen und so weiter dazu beitragen, die Wirtschaft Baden-Württembergs zukunftsfest zu machen. Insgesamt erwarten wir im Laufe des Jahres eine Normalisierung der Nachfrage.“

Die Wohnraumförderung liegt etwa auf dem Vorjahresniveau. Die Nachfragesteigerung in der Mietwohnraumförderung ist in erheblichem Maße auf Vorzieheffekte – dem Auslauf der EH-55-Neubauförderung auf Bundesebene – zurückzuführen. Die Eigentumsförderung startete verhalten, dies lässt sich zum einen auf die stark inflationären Tendenzen sowie die auf bereits hohem Niveau noch deutlich gestiegenen Bau- und Kaufpreise zurückführen, ist aber auch Resultat der Unsicherheit in Hinblick auf das zukünftige Förderangebot des Bundes.

Über allem steht natürlich die gesamtwirtschaftliche Lage. Die zum Jahreswechsel prognostizierten Wachstumszahlen wurden zwischenzeitlich von allen Expertinnen und Experten drastisch nach unten korrigiert. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dämpft nicht nur das Wachstum und trägt zum weiteren Anstieg der Energie- und Verbraucherpreise bei, er trübt auch dauerhaft die Zukunftsperspektiven.

Die Lage am Immobilienmarkt verschärft sich durch den Krieg in der Ukraine zusätzlich. Die Bautätigkeiten nahmen im ersten Quartal 2022 zwar weiter zu; die Hälfte der im L‑Bank‑ifo‑Wohnungsbau‑Report befragten Wohnungsbauunternehmen berichten jedoch aktuell von einer Behinderung bei der Ausführung ihrer Bauaufträge. Im Laufe der nächsten drei Monate rechnet die Wohnungsbaubranche bei saisonbereinigter Betrachtung mit einem Rückgang der Bautätigkeit. Die durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Schockwellen sind damit auch in der Wohnungsbaubranche Baden-Württembergs angekommen.

„Die Unsicherheit ist groß! Wir werden als L‑Bank in den nächsten Monaten weiter stark gefordert sein und mit hohem Einsatz die Landesregierung bei ihrem Engagement für die Unternehmen und die Menschen im Land unterstützen. Für uns bedeutet das: Bereit sein und anpacken, um die Landesregierung auch weiterhin überall dort zu unterstützen, wo man uns braucht und wo wir unterstützen können“, resümierte Weymayr.

 

Zumeldung: Dr. Danyal Bayaz, Finanzminister und Verwaltungsratsvorsitzender der L-Bank erklärte:

„Die L-Bank hat in der Pandemie enorm viel geleistet und war eine zentrale Stütze für die Corona-Hilfsprogramme. Und auch für Existenzgründerinnen und Existenzgründer ist die L-Bank eine starke Partnerin. Die Förderung von Innovation und Digitalisierung schafft eine wichtige Grundlage für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg des Landes.“

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Edith Weymayr und Dr. Iris Reinelt sitzend auf einem Foto

Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands, und Dr. Iris Reinelt, Mitglied des Vorstands, bei der Bilanzpressekonferenz der L-Bank

Edith Weymayr und Dr. Iris Reinelt| Abdruck frei; Quelle: L-Bank / KD Busch

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Medienschaffende sitzen parlamentarisch vor einem Podium.

Edith Weymayr und Dr. Iris Reinelt standen den Medien Rede und Antwort.

Edith Weymayr und Dr. Iris Reinelt| Abdruck frei; Quelle: L-Bank / KD Busch

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