Landespreis

Vitales Gründertum und spannende Auswahl: Die Top-20 beim Landespreis für junge Unternehmen stehen fest

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Ministerpräsident Kretschmann: „Mich begeistert der Mut, sich auch bewusst in Bereichen zu bewegen, die gut für die Zukunft unserer Gesellschaft sind und in denen Gewinnmaximierung nicht primär im Vordergrund steht.“

Jury findet eine Vielfalt an erfolgreichen und engagierten Betrieben aus Baden-Württemberg | Die 20 besten Unternehmen im Porträt

Stuttgart, 18.07.2022. „Der Landespreis für junge Unternehmen ist ein klarer Spiegel unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Von daher freue ich mich immer wieder über die Vielfalt der Bewerbungen und den Ideenreichtum der Unternehmen, die sich um diese begehrte Auszeichnung bewerben“, betont Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowohl die Menge wie auch die Qualität der diesjährigen Einreichungen zum Landespreis für junge Unternehmen. „Gerade in diesen schwierigen und unsicheren Zeiten fasziniert mich nicht nur die Stabilität des heimischen Gründungsgeschehens. Mich begeistert auch der Mut der Unternehmerinnen und Unternehmer, sich neue Märkte zu erschließen, in Nischen zu gehen oder sich auch ganz bewusst in Bereichen zu bewegen, die wichtig für die Zukunft unserer Gesellschaft sind und in denen die Gewinnmaximierung nicht primär im Vordergrund steht“, so Kretschmann, der in diesem Jahr die Landespreis-Trophäe bereits zum fünften Mal persönlich verleihen wird.

585 Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Baden-Württemberg haben sich um den Landespreis für junge Unternehmen 2022 beworben. 20 von ihnen wurden in einem mehrstufigen Bewerbungs- und Auswahlverfahren für die zweijährlich von der baden-württembergischen Landesregierung und der L‑Bank vergebenen Auszeichnung nominiert. In einem finalen Schritt folgt nun noch die Auswahl der zehn Landespreisträgerinnen und Landespreisträger.

„Die Unternehmerinnen und Unternehmer, die es unter die 20 besten des Landespreises 2022 geschafft haben, sind die Spitze eines in diesem Jahr unglaublich spannenden Feldes“, unterstreicht Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands der L‑Bank, das hohe Niveau der Bewerbungen. „Jedes Unternehmen hat eine ganz eigene Geschichte. Die Betriebe können in ihren Geschäftsmodellen unterschiedlicher gar nicht sein. Aber sie alle haben, und das beeindruckt mich, den Mut aufgebracht, sich selbstständig zu machen und Verantwortung zu übernehmen. Damit sind sie genau die Vorbilder, die wir für den Landespreis suchen.“

Die Top-20-Unternehmen spiegeln die Vielfalt des gesamten Wettbewerbs wider: Kleine und große, weiblich und männlich geführte Betriebe sowie junge als auch erfahrene Gründungspersönlichkeiten zeigen, dass es ‚typische‘ Gründerinnen- und Gründervorbilder in Baden-Württemberg nicht gibt. Vielmehr lebt die Wirtschaft im Südwesten von der Vielfalt der Menschen, die Unternehmen gründen oder übernehmen.

Die Vielfalt drückt sich auch in der Art ihrer Unternehmen aus. Die Jury beeindruckten klassische Handwerks- und Maschinenbaubetriebe genauso wie Hightech-, Greentech- und Softwarefirmen sowie Handels- oder Dienstleistungsbetriebe. Auch die Gastronomie und die Landwirtschaft zeigte, dass in diesen Branchen mit originellen Ideen und harter Arbeit große Erfolge möglich sind. Besonders freute sich die Jury über Gesellschaftsformen wie Genossenschaften und gemeinnützige GmbHs.

Alle Unternehmen des vielfältigen und hochwertigen Bewerberfeldes sind im Verlauf der letzten zehn Jahre gegründet oder übernommen worden und haben sich nicht nur wirtschaftlich erfolgreich entwickelt, sondern waren und sind auch in gesellschaftlichen oder ökologischen Belangen engagiert.

Die zehn besten Unternehmen werden am 11.10.2022 im Neuen Schloss in Stuttgart durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands der L‑Bank, ausgezeichnet. Die drei Erstplatzierten erhalten Geldpreise in Höhe von 40.000 Euro (Platz 1), 30.000 Euro (Platz 2) und 20.000 Euro (Platz 3). Zudem erhalten die Top‑20‑ und die Top‑10‑Unternehmen umfangreiche Leistungen zur Öffentlichkeitsarbeit.

Hintergrund: der Landespreis

Der Landespreis für junge Unternehmen wird 2022 bereits zum 14. Mal vergeben. Schirmherr ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Der gemeinsam von der Landesregierung und der L‑Bank ausgeschriebene Preis ehrt Persönlichkeiten, die in den letzten zehn Jahren ihr Unternehmen nicht nur gegründet oder übernommen und es wirtschaftlich erfolgreich entwickelt haben, sondern die sich auch darüber hinaus einsetzen. Dabei rückt die Auszeichnung besonders die Leistungsstärke, Innovationskraft, Modernität und Kreativität junger baden-württembergischer Unter­nehmerinnen und Unternehmer in den Mittelpunkt – aber auch deren soziales oder ökologisches Engagement. Gesucht werden Firmen, die durch verantwortungs­bewusstes Handeln einen vorbildhaften Beitrag zu einer zukunftsfähigen und klimaneutralen Gesellschaft leisten. Zugelassen sind Unternehmen aller Branchen und Berufe, die nach 2011 gegründet oder übernommen wurden sowie Bilanzzahlen für mindestens drei Jahre vorweisen können. Der mit einem Preisgeld von 90.000 Euro dotierte Landespreis für junge Unternehmen zählt zu den renommiertesten und teilnahmestärksten Unternehmenspreisen Deutschlands. Insgesamt haben sich bislang mehr als 6.700 Betriebe um die Auszeichnung beworben.

Die nominierten Unternehmen (alphabetische Reihenfolge):

  • 8-Tree GmbH, Konstanz
  • ArchaeoBW GmbH, Gerlingen
  • Bootshaus Sigmaringen, Sigmaringen
  • Bräutigam GmbH, Freiberg am Neckar
  • Dorfkäserei Geifertshofen AG, Bühlerzell
  • Esentri AG, Ettlingen
  • fairfood Freiburg GmbH, Freiburg
  • HIN Feinmechanik GmbH, Waldkirch
  • HomMed eG und MedPlan Solutions UG, Eppingen
  • Ineratec GmbH, Karlsruhe
  • Kasaero GmbH, Isny
  • Kevin Kugel, Sindelfingen
  • SciMo Elektrische Hochleistungsantriebe GmbH, Karlsruhe
  • Skillqube GmbH, Wiesloch
  • Softwarehelden GmbH & Co. KG, Stuttgart
  • Spoontainable GmbH, Heidelberg
  • SSP Safety Systems GmbH & Co. KG, Spaichingen
  • Volz E.K.T. GmbH, Mannheim
  • Wanderer Wasser & Wärme GmbH, Sachsenheim
  • WASNI gGmbH, Esslingen

In alphabetischer Reihenfolge

Porträts der Top-20-Unternehmen

Manche Fehler dürfen nicht passieren, denn die Folgen wären katastrophal. Deshalb verlassen sich viele Flugzeughersteller und Fluggesellschaften auf die 3D-Scanner von der 2014 gegründeten 8-Tree GmbH aus Konstanz. Mit ihnen lassen sich selbst winzige Verformungen auf der Außenhaut von Flugzeugen feststellen. Das muss schnell und gleichzeitig zuverlässig geschehen, um nach Hagel oder Vogelschlag zu entscheiden, ob eine Maschine starten darf oder repariert werden muss. Heute beschäftigt das Unternehmen in Deutschland, in den USA und in Malaysia 30 Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter und erlitt auch in der Pandemie, als der Flugverkehr praktisch zum Erliegen kam, keine Bruchlandung: Innerhalb kürzester Zeit entwickelte Gründer Erik Klaas eine 3D-Scannerversion, mit der die Sicherheit von Rotorblättern an Windkraftanlagen geprüft werden kann. Der heute 59-Jährige hält damit das Unternehmen trotz Gegenwind auf Wachstumskurs und konnte sich einen völlig neuen Kundenkreis erschließen.

www.8-tree.com

Als 2016 die rechtliche Möglichkeit geschaffen wurde, private Grabungs­firmen mit der archäologischen Untersuchung von Baugrundstücken zu beauftragen, erkannten Przemyslaw Sikora, Marcel C. Hagner und Gisela Hagner ihre Chance auf die Selbstständigkeit. Noch im gleichen Jahr gründeten sie die ArchaeoBW GmbH in Gerlingen und sehen sich seither im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft: „Einerseits gilt es, die Fundstücke als Zeugen der Vergangenheit zu bewahren“, erläutert Sikora. „Andererseits möchten wir auch die Bebauungsprojekte so wenig wie möglich behindern.“ Doch manchmal sind die Funde wie beim jungstein­zeitlichen Gerlinger Dorf so spektakulär, dass die Zukunft einfach noch ein bisschen warten muss. Mittlerweile beschäftigt ArchaeoBW 24 Mitarbeite­rinnen und Mitarbeiter und möchte sich über Einzelprojekte hinaus als Beratungsunternehmen positionieren - mit dem Ziel, die Bauwirtschaft früh­zeitig über die Anforderungen der Bodendenkmalpflege zu informieren und damit Bauverzögerungen so weit wie möglich zu verhindern.

www.archaeobw.de

Die idyllische Lage an der jungen Donau, der Blick auf das Schloss Sigmaringen und ein Biergarten direkt am Fluss: Als Soufyen Charni im Jahr 2017 das Bootshaus in Sigmaringen übernahm, war sein Ziel, das große Potenzial dieses Restaurants zu heben. Die europäische Küche mit regionalen und saisonalen Produkten ließ die Umsätze auch in den Jahren der Pandemie schnell steigen und mit ihnen die Zahl der Beschäftigten, die sich in nur vier Jahren verdoppelte. Doch ein Aha-Erlebnis zeigte ihm, wie großartig die Chancen in Sigmaringen wirklich sind. Er hörte Reisende darüber klagen, wie schwierig es sei, in der Stadt ein Hotel­zimmer zu bekommen. Tatsächlich, so seine Analyse, gab es einen bis zu diesem Zeitpunkt unerkannten Bedarf an Übernachtungs- und Tagungs­möglich­keiten. Als Investor konnte er Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern gewinnen und baute gemeinsam mit ihm ein 4-Sterne-Hotel. 2021 eröffnete das Karlshotel seine Pforten, doch plant der gelernte Koch bereits den nächsten Schritt: Mit einem weiteren Restaurant wird er bald 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen.

www.bootshaus-sig.de

Faserverbundbauteile bestehen oft aus Kohlefasern und einem Klebstoff, der die Fasern zusammenhält. Beide Komponenten zusammen ermöglichen die Herstellung von Bauteilen, die sehr stabil und gleichzeitig sehr leicht sind. Entsprechend begehrt sind die Entwicklungen und Produkte der Bräutigam GmbH in Freiberg am Neckar: „Wir haben uns dem Werkstoff Kohlefaser verschrieben“, bringt Yves Bräutigam den Kern seines 2016 gegründeten Unternehmens auf den Punkt. Der gelernte Modellbauer brachte beim Start seines Technologieunternehmens eine jahrzehntelange Erfahrung im Motor­sport mit und beschäftigt heute 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aktuell steht er vor der Grundsatzentscheidung, wie bisher als Manufaktur Faser­verbundbauteile zu entwickeln und in Kleinserien zu produzieren oder in die Serienfertigung zum Beispiel im Automobilbereich einzusteigen. Dieser Sprung, so Bräutigam, will reiflich überlegt sein und erfordert eine gute Vorbereitung.

www.braeutigam-gmbh.eu

Sie schmeckt nach Rahm, Blumenwiese, Heu, Vanilleschote und Mandel zugleich: Heumilch kommt von Kühen, die ausschließlich natürliches Grünlandfutter, Heu und Getreide fressen und dadurch etwa 50 verschiedene Kräuter aufnehmen. „Von den guten Preisen, die sich mit Heumilchprodukten erzielen lassen, profitiert die gesamte Region“, erläutert Nadine Walter-Bühler, die 2014 die Dorfkäserei Geifertshofen in Bühlerzell übernommen hat. Sie investiert viel in die traditionelle Herstellung ohne chemische Zusätze und in die Qualität der verschiedenen Käsesorten. Das zahlt sich nicht nur für die Dorfkäserei aus: „Wir bezahlen unseren 14 Milchbäuerinnen und -bauern den höchsten Milchpreis Deutschlands“, freut sich die 37-Jährige. Zudem kann sie 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Arbeitsplatz bieten und gibt die traditionelle Hand­werkskunst an zehn Auszubildende und Studierende weiter. Bewusst will sie nicht expandieren, sondern bleibt mit ihrer Produktionsstätte mitten im Ort. „Die Milch stammt aus der Region, wir produzieren in der Region und verkaufen fast ausschließlich in der Region“, fasst die gelernte Controllerin das Leitmotiv der Dorfkäserei zusammen.

www.dorfkaeserei.de

Seit 2012 machen sich Robert Szilinski und seine heute 81 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gedanken darüber, wie der Mittelstand die digitale Trans­formation bewältigen kann. „Wir versuchen nicht, bestehende Prozesse zu digitalisieren, sondern die Zukunft des Unternehmens völlig neu zu gestalten“, erläutert der Informatiker den Ansatz des Ettlinger Beratungs­unternehmens. Dabei genügt es ihm nicht, Projekte als IT-Projekte zu definieren. Vielmehr wird umfassend analysiert, was sich zusätzlich zum Beispiel hinsichtlich der Arbeitskultur und der Innovationskraft verändern muss, damit die Unternehmen nachhaltig zukunftsfähig werden. Der Name des Unternehmens ist dabei Programm: Esentri steht für ‚easy entry‘ und verspricht den Kunden einen einfachen Zugang zur nachhaltigen Digitali­sierung.

www.esentri.com

Wo kommen Produkte her und wer hat sie produziert? „Menschen, die sich diese Frage stellen, sind genau unsere Zielgruppe“, erläutert Amos Bucher, der zusammen mit Gleichgesinnten im Jahr 2014 die fairfood Freiburg GmbH gründete. Das Unternehmen bietet ein rein veganes Sortiment an natur­belassenen und gerösteten Nüssen sowie Produkte auf Nussbasis, zum Beispiel Nussmus und Nussbolognese. Der Rohstoff wird von zertifizierten Kooperativen in Anbauländern wie zum Beispiel Ruanda geliefert, in der hauseigenen Manufaktur verarbeitet und entweder unverpackt oder in Pfandgläsern verkauft. „Die Nachfrage nach unseren veganen Produkten steigt rasant“, berichtet der 34-jährige Maschinenbauingenieur, der neben der Transparenz der Lieferkette vor allem auch eine angemessene Entlohnung der Menschen in den Anbauländern sicherstellen will.

www.fairfood.bio

Im Keller des Elternhauses mit Unterstützung des Vaters ein Unternehmen zu gründen, klingt ungewöhnlich. Und erst nach drei Jahren darüber nachzudenken, ob das Unternehmen eine Website benötigen könnte, auch. Doch die Kunden interessierte vor allem eine Leistung, die Marco Hin schon mit der ersten Fräsmaschine anbieten konnte: „Wir machen Präzision in Material“, beschreibt der 42-jährige Maschinenbau­techniker das Angebot seines 2014 gegründeten Unternehmens. Ob Medizintechnik, Maschinen­bau, Rennsport oder die Pharmaindustrie: Überall dort, wo hochpräzise gearbeitete Prototypen und Kleinserien gefragt sind, ist die HIN Feinmechanik GmbH in Waldkirch bei Freiburg sehr geschätzt. Mittlerweile hat das Unternehmen ein modernes Firmengebäude bezogen, beschäftigt zehn Fachkräfte und wartet auf das bestellte 5-Achs CNC Bearbeitungszentrum mit Roboteranlage, um auch bei Großserien durchstarten zu können.

www.hin-feinmechanik.de

Bei Unfällen und akuten Erkrankungen ist eine schnelle Erstversorgung wichtig, um die Folgen so gering wie möglich zu halten. Doch in der Ver­gangen­heit war die Notarztversorgung in Baden-Württemberg aufgrund des Ärztemangels immer wieder in Gefahr. Die naheliegende Lösung, selbst­ständig tätige Honorarkräfte zu beschäftigen, scheiterte meist am büro­kratischen Aufwand der stark regionalisierten Träger. Um die Situation zu verbessern, gründete Christian Strunz zusammen mit anderen Notärztinnen und -ärzten die HonMed eG in Eppingen. In dieser Genossenschaft sind heute 660 in der Notfallmedizin Tätige organisiert. „Als Notärztenetzwerk übernehmen wir die Organi­sation und Durchführung von Notarztdiensten in Baden-Württemberg“, erläutert der 41-jährige Mediziner und Vorstand der Organisation. Geheimnis des Erfolges ist die durchgehende Digitalisierung des Prozesses: Die Träger teilen ihren Bedarf mit, die selbstständigen Lebensretter tragen sich mit einem Klick in die Dienste ein – fertig!

www.honmed.de

Ein bisschen klingt es nach Science-Fiction: Man nimmt das klimaschädliche CO2Kohlenstoffdioxid und macht daraus Benzin, Diesel und Kerosin und treibt damit klas­sische Verbrennermotoren an. Und damit das auch wirklich ökologisch und nachhaltig ist, produziert die Ineratec GmbH in Karlsruhe die Treibstoffe mit grünem Wasserstoff. 2016 wurde das Unternehmen von Philipp Engel­kamp, Paolo Piermartini und Tim Bölken aus der Taufe gehoben. Heute betreiben sie mit mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die weltweit größten Power-to-Liquid-Anlagen zur Erzeugung nachhaltiger e-Fuels aus CO2 und grünem Wasserstoff. 2035, so das Ziel der drei Gründer, will Ineratec 5 % des europäischen Rohölbedarfs durch nachhaltige e-Fuels und Chemikalien ersetzen: „Dank vieler Partner und potenzieller Kunden sehen wir in Deutschland und Europa optimale Wachstumsperspektiven.“

www.ineratec.de

Wenn Karl Käser an seinen elektrisch angetriebenen Flugobjekten tüftelt, denkt er in einer Quadratur von Stabilität, Sicherheit, Reichweite und ein­facher Bedienbarkeit. „Das klingt vielleicht nüchtern“, gibt der 47-jährige Ingenieur zu. „Doch um die Träume unserer Kunden zu verwirklichen, ist das absolut notwendig.“ Der Gründer und sein mittlerweile 18-köpfiges Team realisieren Projekte, mit denen die Zukunft der Luftfahrt weitgehend elektrisch werden soll. Im Zentrum steht dabei die Faserverbundtechnologie. Sie macht es möglich, Flugobjekte wie Drohnen und Flugzeuge so leicht zu bauen, dass sie mit Batterien oder mit Solarenergie fliegen können. Manchmal, so Käser, müsse man ambitionierte Kunden auf den Boden des technisch machbaren holen. Aber was möglich ist, wird von dem 2014 in Isny gegründeten Unternehmen schnell gemacht: „Vom ersten Brainstorming bis zum Erstflug vergehen manchmal nur 18 Monate!“

www.kasaero.de

Sie nennen sich Mango-Kokosnuss, Schokolade-Olive und Haselnuss-Crunch und fallen allesamt unter die Kategorie süße Verführungen. Bis jedoch aus Kakaobohnen leckere Törtchen und Pralinen werden, haben Kevin Kugel und sein 25-köpfiges Team viel zu tun: „Von der Rohschokolade bis zur fertigen Praline stellen wir alles selbst her“, erläutert der 37-jährige Unternehmer, der sich 2014 in Nufringen mit seiner Chocolaterie selbstständig gemacht hatte. Doch mit dem großen Erfolg kam die Raumnot: Die Manufaktur platzte aus allen Nähten. Schließlich vermittelte der Bürger­meister von Sindelfingen ein attraktives Grundstück für einen Neubau. Schon im Herbst 2020 konnte Kugel mit seinem Unternehmen ins eigene Firmengebäude umziehen und freut sich seither über fünfmal mehr Fläche und fast doppelt so viele Beschäftigte. Doch die Ziele gehen dem gelernten Koch, Konditormeister und Chocolatier nicht aus: Er hat weitere Zielgruppen im Visier und will Menschen in ganz Europa und Asien verführen.

www.kevinkugel.de

Ein Engpass bei der Elektrifizierung der Mobilität sind teure Rohstoffe wie Stahl, Aluminium, Kupfer und seltene Erden, die für die Herstellung von Elektromotoren benötigt werden. Die drei SciMo-Gründer Markus Schiefer, Marc Veigel und Florian Kassel versprechen eine „disruptive Technologie“, die den Rohstoffbedarf für die Herstellung von Elektromotoren um bis zu 75 % bei gleicher Leistung reduziert. Ein weiterer Vorteil: Die Motoren werden wesentlich leichter, was für potenzielle Kunden aus der Automobil­branche und der elektrischen Luftfahrt sehr attraktiv ist. Heute beschäftigt SciMo zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und stellt die SciMo-Elektro­motoren in Kleinserien her, wobei das Ziel der Eintritt in die Großserien­produktion ist.

www.sci-mo.de

Wenn es um Menschenleben geht, ist der Stresslevel bei den Rettungs­kräften hoch und die Zeit äußerst knapp. Ein idealer Nährboden für Fehler, die schwerwiegende Folgen haben können. Damit auch in dieser Situation die richtigen Entscheidungen getroffen werden, bietet die Skillqube GmbH in Wiesloch notfallmedizinische Trainings an. Im Kern geht es darum, Notfälle möglichst praxisnah zu simulieren. So zeigt ein entsprechend programmiertes EKG-Gerät plötzlich besorgniserregende Werte an, auf die reagiert werden muss. In Anschluss wird softwaregestützt analysiert, wie zielführend die durchgeführten Maßnahmen waren. „Neben den Kursen vermarkten wir immer mehr auch die Technologie unserer Simulationen“, erläutert Georg Hirsch, der das Unternehmen gemeinsam mit Julia Wallburg 2013 gründete. Durch die Anbindung von Kunden über Schnittstellen und Apps sehen die beiden ein großes Potenzial und wollen damit auch international durchstarten.

www.skillqube.com

Die Softwarehelden tun das, was sonst nur die großen Technologiekonzerne anbieten: Mit 30 Mitarbeiterin­nen und Mitarbeiter bündelt Ulrich Held vorhandene Systemlandschaften auf der eigenen Digitalisierungs­plattform Cluu und verbessert damit nicht nur die Prozesse, sondern entwickelt aus gewachsenen Anwendungen wertvolle Informationsnetze. Ein „Betriebs­system für Web-Applikationen“, nennt Firmen­gründer Held das und bietet den Unternehmen eine Basis für effiziente Prozesse inklusive künstlicher Intelligenz - und das in Rekordzeit. „Wenn mir Entscheider nicht glauben, mache ich mit ihnen am Vormittag einen Termin und integriere bis zum Nachmittag die vorhandene Systemlandschaft in Cluu“, erklärt der heute 53-jährige Diplom-Informatiker mit einem Augenzwinkern. Viele Kunden des Stuttgarter Unternehmens sind in der Automobilbranche beheimatet, aber Cluu funktioniert universell für alle Branchen. „Pfiffig, schaffig und schwäbisch halt“, fasst Held, der die Softwarehelden 2014 gründete, zusammen.

www.softwarehelden.com

Jedes Jahr werden in Deutschland 360 Mio. Eislöffel aus Plastik genutzt und dann weggeworfen. Ökologischer Wahnsinn finden Julia Piechotta und Amelie Vermeer und machten aus ihrer Empörung eine Geschäftsidee: In ihrer Studierenden-WG ertüftelten sie mit zwei befreundeten Ernährungswissenschaft­lerinnen eine essbare und heute patentierte Alternative aus Kakaoschalen und machten sich 2018 mit dem Motto Don’t Waste It. Taste It selbstständig. Mittlerweile gibt es den Spoonie auch aus Hanffasern und wird mit 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor allem an Großhändler, Gastronomiebetriebe und den Einzelhandel verkauft. Der Trend spielt den beiden Gründerinnen in die Karten, denn seit vergangenem Jahr sind Einwegprodukte aus Plastik in der EU verboten oder müssen besonders gekennzeichnet sein – Aufessen, so scheint es, ist das neue Wegwerfen.

www.spoontainable.de

In der Industrie 4.0 steuern sich Maschinen selbst und arbeiten mit Menschen „auf Augenhöhe“ zusammen. „Durch die Digitalisierung und Automatisierung muss die Sicherheit der Beschäftigten neu gedacht werden“, erläutert Johann Aulila, Gründer der SSP Safety Systems GmbH & Co. KG in Spaichingen. 53 Jahre jung war er bei der Gründung und wollte „auf seine alten Tage“ noch einmal etwas Neues machen. Seit 2012 entwickelt und produziert er zusammen mit seinen mittlerweile 60 Mitarbeite­rin­nen und Mitarbeitern Sicherheitstechnik für Maschinen- und Anlagen­bauer sowie Integratoren von Robotern. 10 Mio. Euro Jahresumsatz sind ein Erfolg, der auch seinen Sohn Marcel Aulila begeistert: Er wird in zweiter Generation das Unternehmen weiterführen.

www.ssp.de.com

So gut wie jeder Mensch und jedes Unternehmen benötigt Strom, der in den Privathaushalt oder ins Firmen­gebäude geleitet und dort für verschiedenste Anwendungen bereitgestellt werden muss. Die damit verbundene Planung, das Projektmanagement, die Pflege und die Wartung übernimmt die Volz E.K.T. GmbH in Mannheim. „Wir sind breit aufgestellt“, ist Thomas Jung, der das Unternehmen 2015 gründete, mit der Entwicklung in den letzten Jahren sehr zufrieden. „Die Kunden mögen es, wenn sie alles aus einer Hand bekommen.“ Insbesondere die Digitalisierung und die erneuerbaren Ener­gien sind große Herausforderungen für die 135 Mitarbeiterinnen und Mit­arbeiter. „Wir sehen uns als Handwerksbetrieb 4.0.“ Stolz ist Jung auf die Ausbildungsquote von gut 15 %: „Unsere Auszubildenden von heute sind unsere Fachkräfte von Morgen, die wir sehr dringend benötigen.“

www.volz-ekt.de

Was sagt es über einen Handwerksbetrieb aus, wenn die Ausbildungsquote mehr als 50 % beträgt? „Wir begegnen dem Fachkräftemangel mit einer starken Ausbildungsoffensive“, erklärt Martin Straub die hohe Zahl der Auszubildenden. Er hat das Sachsenheimer Unternehmen zusammen mit Annette Straub im Jahr 2017 gegründet und freut sich über ein organisches konti­nuierliches Wachstum. „Wir könnten weitaus mehr Aufträge annehmen, aber uns fehlen die Fachkräfte.“ Das soll sich in Zukunft ändern, weshalb die 47 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 22 junge Menschen zu Fachkräften aus­bilden. Die Anforderungen an die zukünftigen Fachkräfte sind vielfältig, denn von Solaranlagen über Pelletsheizungen und Photovoltaikanlagen bis hin zur strategischen Umsetzung von CO2-Neutralität gibt es viele Arbeitsinhalte, die erlernt werden müssen.

www.zoller-wanderer.de

Mode ist bei WASNI ein Wunschkonzert: Mit dem einzigartigen Online-Konfigurator gestalten die Kunden ihre Sweatshirts, Pullis und Jacken zu individuell gestalteten Einzelstücken. Und individuell sind auch die 13 Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich im Esslinger Unternehmen um die Website kümmern, neue Ideen entwickeln und die Bestellungen an den Nähmaschinen umsetzen. „Unser Motto: Wenn anders sein normal ist, gilt für unsere Kunden, aber auch für uns selbst“, erläutert Daniel Kowalewski, der das gemeinnützige Unternehmen 2015 gegründet hat. Davor hatte er 13 Jahre lang in der Industrie gearbeitet und wollte mit seinem eigenen Unter­nehmen genau das machen: etwas Anderes. Knapp die Hälfte seiner Angestellten sind Menschen mit Behinderungen. Für den heute 47-jährigen Kaufmann ist das normaler Betriebsalltag. Nicht normal ist der Erfolg des Integrationsunternehmens auch in der Pandemie, denn der Umsatz stieg dank der stark digitalisierten Prozesse weiterhin deutlich an. Etwas, so scheint es, macht dieser Gründer anders.

www.wasni.de

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    Eingestellt am 16.07.2022
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