Auxerrois vom Turmberg als regionales Juwel

Staatsweine aus Karlsruhe erreichen neue Qualitätsstufe

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Der Verzicht auf Mineraldünger und synthetische Pflanzenschutzmittel sowie die Umstellung der Ausbauweise im Keller haben die Weine aus dem Staatsweingut Karlsruhe-Durlach auf ein neues Qualitätsniveau gehoben. Einzigartig ist der Durlacher Turmberg Auxerrois, den L‑Bank-Vorstandsmitglied Dr. Iris Reinelt und Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup heute (16.10.) vorstellten.

Karlsruhe, 14.10.2026. „Das Staatsweingut spielt jetzt in einer anderen Liga“, fasste L‑Bank-Vorstandsmitglied Dr. Iris Reinelt die Entwicklungen der letzten Jahre zusammen. Als Eigentümerin des Staatsweinguts verantwortet die staatliche Förderbank Weinanbau und -produktion im Staatsweingut Karlsruhe-Durlach: „Die Umstellung auf biodiverse Anbauweise und die Veränderungen im Reifeprozess kann man schmecken“, sagte Reinelt.

Einzigartig: Der Durlacher Turmberg Auxerrois

Besonders hob Reinelt den Auxerrois hervor, dessen Geschichte eng mit Karlsruhe verbunden ist. Seit mehr als acht Jahrzehnten wird Auxerrois in Durlach angebaut, veredelt und entwickelt: „Der Wein ist das Ergebnis einer sehr langen Weingeschichte von Anbau, Forschung und Züchtung, die von Auxerre bis nach Durlach zum Turmberg führt.“

Baden ist das größte Anbaugebiet dieser seltenen Rebsorte in Deutschland. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup ist begeistert: „Karlsruhe hat jetzt endlich einen Stadtwein als überzeugenden Botschafter mit Genuss! Und dann noch einen Auxerrois aus einzigartiger Lage vom Turmberg, unserem Hausberg, – eine flüssige Heimat zum Selbsttrinken, Mitnehmen und Verschenken. Ein Wein, der önologisch Spitzenqualität verspricht mit Merkmalen, die für die Stadt und ihre Menschen ebenso stehen: klar, gehaltvoll, international, einladend, die Sinne schmeichelnd, von großem Gewächs in großartiger Lage!“

Biodiversität und neue Weinqualität

Vor drei Jahren hat das Staatsweingut begonnen, seinen Weinanbau an ökologischen Kriterien zu orientieren. Unter anderem der Verzicht auf Mineraldünger und synthetische Pflanzenschutzmittel, die Erneuerung der Trockenmauern und die Verwendung natürlicher Dünger sorgen für mehr Biodiversität im Weinberg. Die Maßnahmen sorgen auch dafür, dass die Böden den Trauben ihre schmeckbare natürliche Mineralität weitergeben können.

Erstmals in diesem Jahr wirken sich die Umstellungen im Weinanbau sowie die längere Reifezeit, die das Staatsweingut seinen Weinen gibt, positiv aus. Nachweisbar besonders bei den Burgunderweinen und beim Karlsruher Auxerrois, die es mit Spitzenbewertungen in den Falstaff-Weinguide 2026 geschafft haben.

„Die Reben finden ideale natürliche Bedingungen vor, im Staatsweingut geben wir Ihnen dazu den Raum und die Zeit, sich zu entwickeln. Sie danken es uns mit einer hervorragenden neuen Qualität. Es sind Weine, die zu uns passen. Zu Baden und zum Land Baden-Württemberg“, sagte Iris Reinelt. 

Hintergrund

Das Staatsweingut

Der 256 Meter hohe Turmberg gehört zu einem Ausläufer des Schwarzwaldes, seine nach Südwesten geneigten Hänge werden schon seit Jahrhunderten für den Weinbau genutzt. Die mineralischen Kalkböden und das günstige Mikroklima bilden die Voraussetzungen für die charakteristische Ausprägung der Weine. Der Turmberg ist Teil des Anbaugebiets Baden, das nach dem europäischen Weinrecht als einziges deutsches Gebiet zur Weinbauzone B gehört, für die die Experten eine höhere Qualität der Trauben voraussetzen.

Der Auxerrois

Die Auxerrois-Traube ist hervorgegangen aus der natürlichen Kreuzung von Pinot und Weißem Heunisch.

Die Legende erzählt, dass kein geringerer als Napoleon den Auxerrois nach Durlach gebracht hat. Als eine Art Bestechungsgabe für Markgräfin Amalie von Baden, die wenig begeistert war von dem Plan, ihren Sohn, den Erbprinzen Karl mit Napoleons Adoptivtochter Stéphanie de Beauharnais zu verheiraten. Der Auxerrois sollte sie wohl gnädig stimmen und ihre Einwilligung befördern.

Belegt ist, dass der Schweizer Agrarwissenschaftler Alexander Wanner Anfang des 20. Jahrhunderts in Laquenexy, einer Rebenzuchtstation in Elsass-Lothringen, unter anderem erfolgreich daran arbeitete, die Auxerrois-Rebsorten zu untersuchen und gezielt zu verbessern. Von Laquenexy gelangten Auxerrois-Rebstöcke ab den 1920er Jahren nach Luxemburg, ins Elsass und nach Deutschland in die Anbaugebiete Rheinhessen, Mosel und Baden. In der Rebenveredelungsanstalt Durlach wurde erstmals 1942 mit Auxerrois gearbeitet.

Auf rund 100 Hektar wird heute der Auxerrois in Baden angebaut. Das ist ein Drittel des gesamten deutschen Anbaugebiets. Seine weinbaulichen und önologischen Stärken liegen in seiner milden Säure und der Fähigkeit, auch in kühleren Lagen volle und aromatische Weine hervorzubringen. Beschrieben wird er als ein gut verträglicher, durchaus gefälliger Weißwein mit Geschmacksnuancen von Mirabelle, Melone, Quitte und Nüssen. Bei etwas älteren Auxerrois lassen sich auch Honig und Mandelaromen wahrnehmen.

  • Staatsweine aus Karlsruhe erreichen neue Qualitätsstufe – Auxerrois vom Turmberg als regionales Juwel

    Der Verzicht auf Mineraldünger und synthetische Pflanzenschutzmittel sowie die Umstellung der Ausbauweise im Keller haben die Weine aus dem Staatsweingut Karlsruhe-Durlach auf ein neues Qualitätsniveau gehoben. Einzigartig ist der Durlacher Turmberg Auxerrois, den L‑Bank-Vorstandsmitglied Dr. Iris Reinelt und Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup heute (16.10.) vorstellten.

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    Eingestellt am 16.10.2026
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