Stuttgart, 24.06.2026. Ob Sauerteigbrot, Brennstoffzellen oder Weltraumraketen: Die Top-20 des Landespreises für junge Unternehmen 2026 stehen für die beeindruckende Bandbreite und eine starke Innovationskraft, mit der erfolgreich gegründete oder übernommene Betriebe die Herausforderungen der Gegenwart annehmen und die Chancen der Transformation nutzen. Von Handwerk bis Hightech wird die 16. Generation des Landespreises von Persönlichkeiten geprägt, die nicht nur wirtschaftlichen Erfolg anstreben, sondern zugleich Verantwortung übernehmen: für eine zukunftsfähige, klimaneutrale Gesellschaft, mit sozialem Engagement und nachhaltigem Wirtschaften.
Annähernd 450 Kandidatinnen und Kandidaten haben sich 2026 um den Landespreis für junge Unternehmen beworben. 20 von ihnen wurden in einem mehrstufigen Verfahren für die zweijährlich von der baden-württembergischen Landesregierung und der L‑Bank vergebene Auszeichnung nominiert. In einer finalen Runde präsentieren die besten zehn Betriebe Ende Juli ihre Geschäftsideen. Die hochrangige Jury entscheidet dann über die ersten drei Plätze.
Besonders spannend sind in diesem Jahr die Gründungspersönlichkeiten. Sie haben sich allein, mit Partnern oder im Team selbstständig gemacht – mit einer Neugründung oder der Übernahme eines bestehenden Unternehmens. Sie behaupten sich in traditionellen Branchen ebenso wie in der gemeinnützigen Wirtschaft oder auf hochspezialisierten Feldern der Bio- und grünen Technologien, der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz. Genau daraus schöpft die Wirtschaft im Südwesten ihre Stärke: aus der Vielfalt der Menschen und ihrer Ideen, mit denen sie Unternehmen gründen oder weiterentwickeln.
Bemerkenswert ist zudem die hohe Zahl an Ausgründungen aus den Universitäten bzw. an Gründungen, die aus Forschungsprojekten entstanden sind. Hier wurden wissenschaftliche Ergebnisse unmittelbar in wirtschaftlichen Erfolg und neue Arbeitsplätze überführt.
Alle Teilnehmenden haben ihr Unternehmen im Verlauf der letzten zehn Jahre gegründet oder übernommen. Sie haben ihren Betrieb nicht nur wirtschaftlich erfolgreich entwickelt, sondern waren und sind auch in gesellschaftlichen oder ökologischen Belangen engagiert.
Die zehn besten Unternehmen werden am 12. November 2026 im Neuen Schloss in Stuttgart von Ministerpräsident Cem Özdemir, Schirmherr des Landespreises, und Edith Weymayr, Vorsitzende des L-Bank-Vorstands, ausgezeichnet. Der Landespreis für junge Unternehmen zählt zu den bundesweit teilnahmestärksten und renommiertesten Unternehmenswettbewerben. Die drei Erstplatzierten erhalten Geldpreise in Höhe von 40.000 Euro (Platz 1), 30.000 Euro (Platz 2) und 20.000 Euro (Platz 3).
Die nominierten Unternehmen (alphabetische Reihenfolge):
- [p3]-Werkstatt gGmbH, Freiburg
- Alithea Biotechnology GmbH, Freiburg
- Batemo GmbH, Karlsruhe
- Braun | project engineering GmbH, Altheim im Landkreis Biberach
- Carrybots GmbH, Karlsruhe
- Flip GmbH Stuttgart
- GLOBE Fuel Cell Systems GmbH, Stuttgart
- Health Data Technologies GmbH, Neckarsulm
- HKK Bionics GmbH, Ulm
- hTRIUS GmbH, Horb am Neckar
- HyImpulse Technologies GmbH, Neuenstadt bei Heilbronn
- KPG Rotating Solutions GmbH, Albbruck im Landkreis Waldshut
- metergrid GmbH, Stuttgart
- MICROQORE MEDICAL GmbH, Aach bei Konstanz
- Picea Solutions GmbH, Offenburg
- prenode GmbH, Karlsruhe
- SAM-DIMENSION GmbH, Stuttgart
- sutter³ GmbH & Co. KG, Freiburg
- Till und Brot, Freiburg
- Wasser 3.0 gGmbH, Karlsruhe
Porträts der Unternehmen (alphabetische Reihenfolge):
[p3]-Werkstatt gGmbH, Freiburg
Gemeinnützig und erfolgreich
Angefangen hat alles mit einem kleinen Projekt für Kinder und Jugendliche aus dem benachbarten Flüchtlingswohnheim. „In der Holzwerkstatt der Evangelischen Stadtmission habe ich bemerkt, wie leistungsbereit viele dieser Menschen sind“, blickt David Rösch auf seine Anfänge zurück. Aus dieser Erfahrung heraus gründete er die [p3]-Werkstatt gGmbH in Freiburg. Sie beschäftigt mittlerweile 12 Mitarbeitende sowie noch einmal die gleiche Zahl an Auszubildenden. „Menschen auszubilden und fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen, ist das eigentliche Ziel unseres Handwerksbetriebs“, so Rösch. Als gemeinnützige Ausbildungswerkstatt entwickelt und fertigt das [p3]-Team Möbel, Innenausbauten, Anbausysteme für Pflanzen sowie Aufbauten für Cargo-Bike-Anhänger. Rösch: „Wir sind am Markt erfolgreich und erwirtschaften 80 Prozent unseres Finanzbedarfs selbst.“ Der Rest wird von der Stadt Freiburg oder Förderern finanziert. Das Konzept will der Gründer nun auf andere Betriebe übertragen: „Jeder Betrieb könnte mit unserem Ansatz junge Menschen ausbilden und damit dem Fachkräftemangel begegnen.“ Rösch plant zudem, das [p3]-Modell auf Betriebe ohne Nachfolge zu erweitern: „Mit ihrem Erhalt würden wir den gesellschaftlichen Mehrwert noch einmal deutlich steigern.“