Über uns

Geschichte der L‑Bank

Von ihren Anfängen 1924 bzw. 1934 bis heute: So hat sich die L‑Bank von der Württembergischen Wohnungskreditanstalt und der Badischen Landesfürsorgeanstalt zum umfassenden Finanzdienstleister fürs Land Baden-Württemberg entwickelt.

Gebäude der L-Bank in Karlsruhe

Nach dem ersten Weltkrieg herrschte allgemeine Wohnungsnot, der soziale Wohnungsbau wurde zur Schwerpunktaufgabe des öffentlichen Auftrags. 

In diesem Zusammenhang wurden nach 1924 die Württembergische und im Jahr 1934 die Badische Landeskreditanstalt, die aus den Badischen Wohnungsfürsorgekassen hervorging, gegründet. Wohnungsbauförderung blieb auch in den folgenden Jahrzehnten die zentrale Aufgabe der beiden Institute. Insoweit ist die Geschichte der beiden Häuser in den frühen Jahren weitgehend eine Geschichte des Wohnungsbaus und der Wohnungsbauförderung.

Timeline
  • 1922

    Eugen Bolz, Innen- und Finanzminister des Landes Württembergs, will die Wohnungsnot lindern, die nach dem Ende des ersten Weltkrieges enorme Ausmaße angenommen hatte. Er treibt die Gründung der Württembergischen Wohnungskreditanstalt voran.

  • 01.04.1924

    Die Württembergische Wohnungskreditanstalt  wird als rechtsfähige gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet, welche ab 1927 auch eigene Pfandbriefe und Schuldverschreibungen ausgeben kann.

  • Um 1930 (1929/1932)

    Trotz der Wirtschaftskrise zu Beginn der 30er Jahre, die eine starke Einschränkung des Wohnungsbaus zur Folge hatte, erweiterte sich der Aufgabenbereich der Württembergischen Wohnungskreditanstalt.

  • 1932

    Die Württembergische Wohnungskreditanstalt wird in Württembergische Landeskreditanstalt (LakraLandeskreditanstalt) umbenannt.

  • 1934

    Die badische Landesregierung fasst ihre Wohnungsfürsorgekassen zur Badischen Landesfürsorgeanstalt zusammen, die bereits ein Jahr später in Badische Landeskreditanstalt (BLK) für Wohnungsbau umbenannt wird.

  • 1936/37

    Die  Württembergische Lakra bezieht ihr neues Dienstgebäude in der Schellingstraße 15 in Stuttgart, in welchem sie bis zur Errichtung des Neubaus in den 90ern bleibt.

  • 1944/45

    Bei Fliegerangriffen im 2. Weltkrieg werden die Gebäude und die Akten sowohl der Badischen als auch der Württembergischen Kreditanstalt stark beschädigt.

    Die BLK zieht vorläufig aufs Land (Bretten, Bonndorf) und auch nach Kriegsende arbeitet man in der BLK noch lange Jahre in Behelfsunterkünften: Erst 1957 wird das Dienstgebäude am Schlossplatz in Karlsruhe fertiggestellt.

    Die Unterstützung des Wiederaufbaus und der Wohnraumbeschaffung sind in den Folgejahren Schwerpunktaufgaben der beiden Förderinstitute.

  • 1947

    Mit der Verabschiedung des Gesetzes 326 durch den württemberg-badischen Landtag schafft dieser die gesetzliche Grundlage zur Förderung des Wiederaufbaus und des Wohnraums. Seit der Durchführungsverordnung von 1948 ist die Württembergische Lakra Durchführungs- und Bewilligungsbehörde.

  • Um 1950

    In diesem Zeitraum nimmt der Wohnungsbau wieder stark zu. Das liegt vor allem an den zahlreichen gesetzgeberischen Maßnahmen, welche zu dieser Zeit einsetzen. Die entscheidenden Impulse geben hierbei zum Beispiel das Wohnungseigentumsgesetz von 1951 oder das Baulandsbeschaffungsgesetz von 1953, welches besonders wichtig für den Wiederaufbau zerstörter Städte ist.

  • 25.04.1952

    Die Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern schließen sich zum Land Baden-Württemberg zusammen.

  • 1957

    Die Badische Landeskreditanstalt bezieht den Neubau am Schlossplatz 12 in Karlsruhe.

  • Um 1960

    Langsam setzen sich rationellere Bauweisen wie Reihenhaus- und Hochhausbau durch, die Kostensteigerungen auffangen sollen.

    Die Bank bildet neue Schwerpunktprogramme aus, die insbesondere einkommensschwache Familien sowie kinderreiche, junge Ehepaare und Zuwanderer aus der DDRDeutsche Demokratische Republik unterstützen sollten.

  • 1972

    Obwohl das Land Baden-Württemberg schon 1952 gegründet wurde, schließen sich die beiden Förderbanken erst 1972 zusammen: Die Landeskreditbank Baden-Württemberg mit Hauptsitz in Karlsruhe geht aus der Fusion hervor. Durch sie verfügt Baden-Württemberg als erstes Bundesland über ein für alle Förderbereiche zuständiges Förderinstitut.

  • 1973

    Die Landeskreditbank übernimmt im Auftrag des Wirtschaftsministeriums zusätzlich die Wirtschaftsförderung. Ihre Schwerpunkte liegen dabei vor allem bei der Förderung mittelständischer Unternehmen, Existenzgründungen und neuer Technologien. In den Folgejahren kommen ständig neue Förderbereiche dazu.

  • 1977

    Zu diesem Zeitpunkt  fördert die Landeskreditbank jede dritte in Baden-Württemberg fertiggestellte Wohnung.

    Außerdem beginnt die Bank mit den ersten Maßnahmen zur Familienförderung wie z. B. den Familiendarlehen (Hausrats- und Geburtsdarlehen) und dem Familiengeld.

  • 1979

    Die ersten Hochschulabsolventen beginnen ein Traineeprogramm bei der Bank. Zusätzlich bietet die Bank nun auch erstmals Praktikantenplätze an.

    Nach einem verheerenden Brand im Februar dieses Jahres befindet sich das Schloss Maurach am Ufer des Bodensees in einem desolaten Zustand. Die Bank erwirbt das Erbbaurecht und lässt das Schloss von 1985 bis 1992 durch den Karlsruher Architekten Heinz Mohl baulich modernisieren und erweitern. Seitdem werden die Räumlichkeiten für Tagungen und Weiterbildungsveranstaltungen vermietet.

  • 1982

    Die Landeskreditbank bezieht den Neubau am Schlossplatz 10 in Karlsruhe.

  • 1983

    Die Bank errichtet Pilotprojekte in Baden-Württemberg: die Technologiefabrik Karlsruhe und das Technologiezentrum in Stuttgart-Pfaffenwald. Dort können junge Unternehmen ihre ersten Jahre zu günstigen Konditionen Räume und ein innovatives Umfeld finden.

  • 1986

    Das Bundeserziehungsgeld wird eingeführt; außerdem wird das Familiengeld des Landes in das Landeserziehungsgeld übergeleitet. Das Land beauftragt die Landeskreditbank mit der Bewilligung.

  • 1989

    Unmittelbar nach dem Mauerfall errichtet die Landeskreditbank zum Ende des Jahres 1989 erste Repräsentanzen in Dresden und Halle.

  • 1990

    Die Bank gründet die L‑Bank-Musikstiftung. Bereits 1984 hatte sie mit dem Ankauf alter Musikinstrumente begonnen und die Sammlung wuchs bis heute auf die stattliche Zahl von 22 Instrumenten. Zweck der Stiftung ist die Förderung der musischen Künste, welches vor allem durch die Vergabe von Stipendien und Preisen an begabte Künstler geschieht, aber auch durch den Verleih von Instrumenten an herausragende Talente.

    In diesem Jahr erhält die Landeskreditbank Baden-Württemberg außerdem ihr neues Logo, welches von Hubertus Carl Frey entworfen wurde und seit 1999 in der neuen Hausfarbe Pantone 248 und der Unterzeile Staatsbank für Baden-Württemberg jeden Briefkopf der Bank ziert.

    Ferner erwirbt die Landeskreditbank das Staatsweingut Karlsruhe-Durlach mit dem Ziel den Fortbestand der Einrichtung und die typische Weinberglandschaft zu sichern. Die traditionsreiche Anlage wurde unter Denkmalschutzgesichtspunkten umfassend renoviert und liefert heute erstklassige Weine.

  • 1991

    Nach der Wiedervereinigung ist die Landeskreditbank Baden-Württemberg die erste Bank, die mit der Gründung der Sächsischen Aufbaubank als rechtlich unselbständiger Zweiganstalt entscheidende Aufbauhilfe leistet. Sie führt, nach der Vereinbarung mit dem Freistaat Sachsen am 28.02.1991, die öffentlichen Förderprogramme auf den Gebieten Wirtschafts-, Wohnungsbau- und Landwirtschaftsförderung durch.

    Die Bewältigung neuer Förderaufgaben und -programme sowie der 1988 gegründete Marktteil erfordern eine ständig wachsende Zahl an Beschäftigten. Innerhalb von 20 Jahren hat sich ihre Zahl fast verdoppelt: von 789 auf 1.290. Auch rein räumlich muss die Bank expandieren: 1991 finden die Richtfeste der neuen Bankgebäude in Karlsruhe am 14.06.1991 und in Stuttgart am 06.12.1991 statt.

  • 1992

    1991 schließen das Land Baden-Württemberg und die Landeskreditbank Baden-Württemberg eine grundlegende Rahmenvereinbarung über die Durchführung und Abwicklung von Förderprogrammen.

    Durch die am 01.01.1992 in Kraft getretene Vereinbarung beauftragt das Land die L‑Bank mit der Durchführung von Förderprogrammen.

    Über die Abwicklung der Programme im Einzelnen werden auf der Grundlage dieser Rahmenvereinbarung in der Folge zahlreiche ergänzende Vereinbarungen zwischen den jeweils zuständigen Ministerien und der L‑Bank getroffen.

  • 1993

    Im Her­zen Stutt­garts errichtet die L‑Bank ei­nen gro­ßen Neu­bau, den Fried­richs­bau. 

  • 1994

    Es beginnen die Planungen für den Technologiepark Karlsruhe, welcher von der L‑Bank ins Leben gerufen wird. Seit 1996 wurden dort neun Bürogebäude auf einem Gebiet mit 30 Hektar Größe erbaut, in denen inzwischen rund 72 Unternehmen mit ca. 3.500 Beschäftigten angesiedelt sind.

  • 1995

    Ende 1995 gehen die Förderaufgaben in Sachsen und der Geschäftsbetrieb der Sächsischen Aufbaubank Zweiganstalt auf die SABSächsische Aufbaubank GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung über, an der die L-Bank 49 % der Anteile hält.

  • 1996

    Die Bank ist nun auch verstärkt im Bereich der Umweltförderung tätig, vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien.

  • 1998

    Die L‑Bank übernimmt einen Großteil der Aufgaben und des Personals der Staatsschuldenverwaltung Baden-Württemberg (SSV), welche bis dato eine selbständige Behörde des Landes in Karlsruhe war. Zum erweiterten Aufgabenbereich der L‑Bank zählen seither unter anderem die Abwicklung der Bürgschafts- und Garantieverpflichtungen des Landes und des Bundes gegenüber der Bürgschaftsbank, die Abwicklung von Finanzhilfen und die treuhänderische Verwaltung von Darlehen.

    Inzwischen ist die L‑Bank durch über 30 Verträge für 9 Ministerien und Institutionen des Landes in der Abwicklung von Finanzhilfen tätig, so unter anderem im Krankenhaus- und Schulbau, der Städtebau-, Technologie- und Tourismusförderung, dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum aber auch neuen Aufgaben wie der Sprachförderung, dem Klimaschutz und der Integration.

  • 01.12.1998

    Die Bank ist jetzt wieder eine reine Förderbank, nachdem der 1988 gegründete Marktteil in die Landesbank Baden-Württemberg eingeht.

  • 2000

    Die EUEuropäische Union arbeitet mit jeweils 7‑jährigen Haushaltsplänen und Förderperioden. Mit der Übernahme der Staatsschuldenverwaltung ging auch die Arbeit für die Europäischen Strukturfonds auf die L‑Bank über. Seit der Förderperiode 2000–2006 ist die L‑Bank für das Land in der Abwicklung sowohl des ESFEuropäischer Sozialfonds als auch des EFREEuropäischer Fonds für regionale Entwicklung. Im Europäischen Sozialfonds und im Europäischen Fonds für regionale Entwicklung werden Mittel der EU für Strukturverbesserungen eingesetzt.

    Inzwischen hat die L‑Bank spezielles Know-how und IT-Systeme für die Bewältigung dieser komplexen Aufgaben entwickelt. In der Förderperiode 2014–2020 übernimmt sie deshalb weitergehende Aufgaben, insbesondere die Bewilligung aller ESF- und EFRE-Förderungen in Baden-Württemberg.

    Gründung des Stuttgarter Engineering Parks (STEP), in dem bis heute rund 115.000 m² modernster Büroraum für ca. 4.300 Beschäftigte entstanden sind.

    Gründung des Technologieparks Tübingen-Reutlingen (TTR). 2001 wurden die zur Geschäftsaufnahme wichtigen Kooperationsverträge mit den Städten Tübingen und Reutlingen geschlossen. Zwei Standorte, die gemeinsam für Innovationen in den Schwerpunkten Bio- und Nanotechnologie stehen.

  • 2001

    Seit Anfang dieses Jahres ist die Sächsische Aufbaubank eine 100‑prozentige Tochter der Sachsen LBLandesbank und geht Ende 2002 komplett in den Besitz des Freistaats Sachsen über.

  • 2006

    Am 9. Oktober legen Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus und Christian Brand, der Vorsitzende des Vorstands der L‑Bank, den Grundstein für ein neues Gebäude der L‑Bank am Schlossplatz 21, welches 2008 fertiggestellt wurde.

  • 2007

    Am 05.12.2006 wird das Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit (BEEG) verabschiedet. Das Elterngeld wird ab dem 01.01.2007 anstatt des bisherigen Bundeserziehungsgeldes gezahlt. Dabei übernimmt in Baden-Württemberg die L-Bank die Festsetzung und Auszahlung des Elterngeldes.

  • 2013

    Seit dem Frühjahr 2013 wird das sanierte Haus am Schlossplatz 12 wieder als Bürogebäude genutzt. Die Sanierung stand ganz im Zeichen der Ressourceneffizienz, während der ursprüngliche Charakter des Gebäudes wiederhergestellt wurde.

  • 2015

    Die Nachfrage nach Fördergeldern ist im Jahr 2015 bei der Wirtschaftsförderung mit einer Summe von insgesamt 3,5 Mrd. Euro so hoch wie nie zuvor. Mit einem Anstieg von gut 10 % im Vergleich zum bisherigen Spitzenjahr 2013, ist die Steigerung vergleichsweise auch zu anderen Bundesländern überdurchschnittlich.

  • 2016

    Oktober: Nach aufwändigen Umbauarbeiten kann die L-Bank-Rotunde in Stuttgart seit Herbst 2016 wieder als Versammlungsstätte genutzt werden.

    Dezember: Seit Ende des Jahres 2016 ist das Umweltmanagement der L‑Bank nach EMASEco-Management and Audit Scheme – kurz für Eco Management and Audit Scheme – validiert und nach der DINDeutsches Institut für Normung ENEuropäische Norm ISOInternational Organization for Standardization 14001 zertifiziert. Die L‑Bank setzt sich damit für eine kontinuierliche Verbesserung ihrer Umweltleistung ein.

  • 2017

    Februar: Chancengleichheit und Unterstützung der Vielfalt prägen die Förderfelder der L‑Bank und sind Teil ihres öffentlichen Auftrags. Durch die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt setzt die L‑Bank ein weiteres öffentlichkeitswirksames Zeichen.

    April: Als bundesweite Förderinnovation verbindet die MikroCrowd Mikrofinanzierung und Crowdfunding und ebnet damit Existenzgründer*innen den Weg zu Gründungskapital und zu zukünftigen Kund*innen.

    Mai: Start der digitalen Finanzierungssprechtage: Existenzgründer*innen und KMUKleine und mittlere Unternehmen können die Beratung von L‑Bank und Bürgschaftsbank zu Finanzierungs- und Förderthemen ad hoc mit einer Videodirektschaltung in Anspruch nehmen.

  • 2018

    Noch mehr Platz für große Ideen – Zuwachs für den TTRTechnologiepark Tübingen-Reutlingen: Die L-Bank investiert rund 10 Millionen Euro in den Technologiepark Tübingen-Reutlingen, der nun 7.600 Quadratmeter Geschossfläche bietet. Außerdem feiert sie in Mannheim Richtfest im TPMATechnologiepark Mannheim, der 6.500 Quadratmeter Fläche für 240 Arbeitsplätze bieten wird.

    Der Landespreis für junge Unternehmen feiert sein 20‑jähriges Jubiläum. Der Preis wird zweijährlich verliehen und ehrt Persönlichkeiten, die in den letzten zehn Jahren ihr Unternehmen nicht nur gegründet oder übernommen und es wirtschaftlich erfolgreich entwickelt haben, sondern die sich auch darüber hinaus sozial oder ökologisch einsetzen.

  • 2020

    Edith Weymayr übernimmt den Vorsitz des Vorstands der L‑Bank.
    Der Vorstand der L‑Bank ist erstmals paritätisch mit zwei Frauen und zwei Männern besetzt.
    Durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus SARS-CoV-2Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus Type 2 geraten viele Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie trägt die L‑Bank mit zahlreichen Hilfsprogrammen bei. Diese erreichen ein Gesamtvolumen von 2,8 Mrd. Euro – davon entfallen alleine 2,2 Mrd. Euro auf die Soforthilfe Corona, die damit das größte Wirtschafts­förderprogramm in der Geschichte des Landes Baden-Württemberg ist.